01.09.2014 - i3 membrane GmbH

Neue Filtertechnologie: Mit Edelgas Poren in Edelstahl bohren

Zwei Investoren für Frühphasen-Finanzierung steigen im August 2014 bei dem Startup i3 Membrane GmbH ein. Der High-Tech Gründerfonds aus Bonn und der Innovationsstarter Fonds aus Hamburg investieren in die Entwicklung und Markteinführung einer neuen Filtertechnologie. Stabiler, flexibler und umweltfreundlich ist die neue High-Tech Membran aus Edelstahl, für deren Herstellung nur Edelgas und Strom benötigt werden. Das Verfahren wurde zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickelt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

„Bei unserem Herstellungsprozess werden Edelgas-Atome mittels Ladung zunächst beschleunigt und so in großer Anzahl in die Edelstahlfolie implantiert. Die Atome häufen sich in der Folie an, wodurch sich kleine Bläschen bilden, aus denen dann größere Poren entstehen“, erläutert Stephan Brinke-Seiferth, Geschäftsführer der i3 Membrane GmbH, der zusammen mit Prof. Andreas Kolitsch vom HZDR 2012 die Idee zur Herstellung der Membran hatte.

Die entwickelte Edelstahlmembran ist besonders beständig und flexibel. Da bei der Herstellung keine schädlichen Chemikalien genutzt werden, unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Entwicklung mit 250.000 Euro. Erstes Anwendungsfeld nach dem Markteintritt, der zum Juni 2015 geplant ist, soll die Probenvorbereitung zur Spurenstoffanalytik sein. Weitere Anwendungsfelder sind im Bereich der Biotechnologie, aber auch in der Wasseraufbereitung geplant.

Der Markt für Membranen weist weltweit einen Jahresumsatz von 15 Milliarden US-Dollar auf und wächst mit etwa zehn Prozent pro Jahr. Die Hälfte der Umsätze wird im Medizin- und Pharmabereich erzielt. Dabei sind Filtermembranen aus Kunststoffen, die in den 1960er Jahren entwickelt wurden, nach wie vor marktbestimmend. Ziel der i3 Membrane GmbH ist es, eine vorteilhafte Alternative zu Kunststoffmembranen in besonders sensiblen Anwendungsbereichen zu etablieren.

„Uns hat der intelligente, aber dennoch einfache Produktionsprozess der Filtermembran überzeugt. Wir freuen uns sehr, das erfahrene Team beim Aufbau des Unternehmens zu unterstützen“, kommentiert Ron Winkler, Investmentmanager, die Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds.

„Wir halten das neu zu etablierende Verfahren der i3 für technologisch äußerst innovativ und gehen davon aus, dass damit eine neue Generation von Membranen – aufbauend auf dieser Plattformtechnologie – geschaffen werden kann“, begründet Dörte Bunge vom Innovationsstarter Fonds Hamburg das Investment.

Die i3 Membrane GmbH wurde im April 2013 mit Unterstützung der Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Ziel gegründet, die entwickelte Plattformtechnologie möglichst zeitnah in den Markt zu bringen. „Dies ist auch ein Ergebnis des sehr guten Technologietransfers des Helmholtz-Zentrums in Dresden“, resümiert Stephan Brinke-Seiferth.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Edelstahl
  • Helmholtz-Zentrum D…
Mehr über Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Mehr über High-Tech Gründerfonds Management
  • News

    Bremer Start-up erhält siebenstellige Seedfinanzierung

    Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investiert zusammen mit der BBM und einem privaten Investor eine siebenstellige Summe in das 2016 gegründete Start-up-Unternehmen miRdetect aus Bremen. Die Unternehmensgründerinnen Meike Spiekermann und Dr. Nina Winter konnten die Investoren mit ihrem innov ... mehr

    3,3 Millionen Euro für PreOmics

    PreOmics entwickelt und produziert innovative Technologien für die Präanalytik von Proben für die Massenspektrometrie. Die Aufarbeitung von Proben für die Massenspektrometrie erfolgt heute in der Regel gemäß hausgemachten Protokollen. Diese Prozesse sind langsam, nicht reproduzierbar, nicht ... mehr

    neotiv sichert sich Seed-Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds

    Von der Grundlagenforschung ohne Umwege in ein digitales Medizinprodukt: Für neotiv ist diese Vision Realität. Das Team um Geschäftsführer Dr. Chris Rehse und Demenzforscher Professor Emrah Düzel entwickelt anwenderfreundliche Apps, die mentale Auswirkungen der Alzheimer Krankheit im Frühst ... mehr