ZEISS Halbjahreszahlen: Solide Zahlen, klarer Zukunftskurs

Geopolitische Unsicherheit verschärft Zurückhaltung auf den Märkten weiter

11.06.2026
ZEISS

Die ZEISS Gruppe erzielt zur Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs (Bilanzstichtag: 31. März 2026) ein leichtes Umsatzwachstum und kommt auf 5,841 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,794 Mrd. Euro, +1%). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt bei 955 Millionen Euro (+33 Mio. Euro). Weiterhin belastet die Verunsicherung auf den globalen Märkten das ZEISS Geschäft. Die deutlich uneinheitliche Entwicklung der Sparten, die sich bereits Ende 2025 abzeichnete, setzte sich fort. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen bei im Industrievergleich überdurchschnittlich hohen 14% des Umsatzes. Die Zahl der Mitarbeitenden beträgt weltweit circa 47.400.

„ZEISS hat die erste Hälfte des Geschäftsjahres in einem sehr anspruchsvollen Geschäftsumfeld solide abgeschlossen“, so Andreas Pecher, Vorstandsvorsitzender der ZEISS Gruppe. Geoökonomische und -politische Entwicklungen, darunter auch die Auseinandersetzung im Nahen Osten sowie deutlich negative Währungseffekte, belasteten die globalen Märkte stark und verschärften bereits bestehende Handelshemmnisse. „Daran gekoppelt steht ZEISS vor zwei fundamentalen Herausforderungen: Eine seit mehreren Jahren abnehmende Dynamik in den Direct-to-Market-Sparten und die damit verbundene starke Abhängigkeit vom Halbleiterfertigungstechnologiegeschäft sowie den in starken Wachstumsjahren aufgebauten Strukturen, die nicht mehr überall effizient sind“, erklärt Pecher.

Nach zunächst volatilen Bedingungen auf dem Halbleitermarkt und einer zuletzt deutlich wiedererstarkten Nachfrage, verzeichnet die Sparte Semiconductor Manufacturing Technology einen erneut erhöhten Umsatz. Alle drei Direct-to-Market-Sparten waren einem sehr schwierigen Marktumfeld und stark negativen Währungseffekten ausgesetzt. Die Sparten Industrial Quality & Research und Medical Technology konnten ihre Umsätze nicht steigern und weisen nominal jeweils einen einstelligen Umsatzrückgang aus. Auch die Sparte Consumer Markets verzeichnet mit +1% nur ein leichtes Umsatzplus.

Zudem verliefen aus der globalen Perspektive die Entwicklungen sehr ungleich und wurden durch einen intensiven Wettbewerb auf den Märkten geprägt. Trotz dieser angespannten Lage konnte in der Region EMEA ein Wachstum verzeichnet werden. „Das Ergebnis der ZEISS Gruppe ist auf unterschiedliche konjunkturelle Dynamiken und lokale Rahmenbedingungen zurückzuführen, die Wachstumsimpulse dämpfen. Daraus resultiert, auch mit Blick auf das EBIT, eine heterogene Geschäftsentwicklung“, sagt Stefan Müller, Finanzvorstand der ZEISS Gruppe. „Nach Jahren des starken Wachstums kommt es nun insbesondere auf die Optimierung der Kostenstrukturen an, um auch weiterhin die Mittel für Zukunftsinvestitionen zu generieren.“

Wichtige Kennzahlen zum ersten Halbjahr im Überblick

  • Umsatz: 5,841 Mrd. Euro (+1% ggü. Vorjahr)
  • EBIT: 955 Mio. Euro (+33 Mio. ggü. Vorjahr)
  • F&E-Quote: 14% des Umsatzes (0,8 Mrd. Euro)
  • Eigenkapital: 9,5 Mrd. Euro (Eigenkapitalquote: 51%)
  • Investitionen in Sachanlagen: 0,4 Mrd. Euro
  • Mitarbeitende weltweit: 47.400

Ausblick

ZEISS rechnet in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres nicht mit einer Entspannung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Insbesondere dürfte die anhaltende Unsicherheit im Geschäftsumfeld bestehen bleiben und unsere Sparten in unterschiedlichem Ausmaß weiterhin belasten. In der Folge müssen wir uns auf einen weiteren Rückgang der Umsätze in den Direct-to-Market-Sparten einstellen und Risiken entgegenwirken“, sagt Andreas Pecher.

Vor diesem Hintergrund kündigt die ZEISS Gruppe ein umfassendes Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit an. Ziel dessen ist, die Voraussetzungen für die Rückkehr zu nachhaltigem und profitablem Wachstum zu schaffen. Einerseits heißt das, ZEISS wird weiter überdurchschnittlich in Innovation und Märkte – und damit in Zukunftsfähigkeit – investieren. Andererseits sollen in den Sparten sowie in den zentralen Verwaltungsbereichen und den Länderorganisationen gezielte Anpassungen der Kostenstruktur vorgenommen werden. Dabei soll im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr (2024/25) ein Einsparvolumen von mehreren hundert Millionen Euro p.a. über die kommenden drei Jahre erreicht werden.

Die konkreten Maßnahmen werden in den nächsten Monaten in engem und konstruktivem Austausch zwischen Vorstand, Management und den Arbeitnehmervertretungen erarbeitet. Dabei ist auch ein Abbau von Stellen zu erwarten. ZEISS strebt eine transparente und interessengerechte Umsetzung an. „Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus, bevor uns die Umstände zum Handeln zwingen. Als Unternehmen in Stiftungseigentum tragen wir Verantwortung für den langfristigen Erfolg von ZEISS, für diese und für nachfolgende Generationen“, kommentiert Pecher das Vorhaben.

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