18.08.2008 - Universität Leipzig

3,4 Millionen Euro für medizinische Systembiologie aus Leipzig

Forscher der Universität Leipzig erhalten 3,4 Millionen Euro Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben im Bereich der medizinischen Systembiologie. Damit sollen die Prozesse, die zu Leukämien, Lymphomen und anderen Erkrankungen der Blutbildung führen, zunächst in Computermodellen dargestellt werden. Mittels Simulationen gehen die Forscher auf die Suche nach besseren Behandlungsstrategien, die im Rahmen von klinischen Studien überprüft werden können.

Im Rahmen laufender Forschungsvorhaben sind die Wissenschaftler um Projektleiter Professor Markus Löffler vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) und vom Interdisziplinären Zentrum für Bioinformatik (IZBI) in mehreren nationalen klinischen Studienprojekten bereits mit der Erhebung umfangreicher klinischer, molekularer und genomischer Daten zu diesen Krankheiten beschäftigt. Diese Daten bilden eine Grundlage der erfolgreichen Antragstellung. Eine zweite Grundlage waren kürzliche Erfolge bei der Modellierung der Gewebsorganisationen, die zur Verbesserung klinischer Behandlungskonzepte geführt haben.

"Damit ist uns erneut ein schöner Wettbewerbserfolg gelungen", freut sich Prof. Dr. Markus Löffler. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern kann er bereits auf Förderungen zur Modellierung der Knorpelbildung sowie von Gewebsstammzellen mit Mitteln des BMBF, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der EU verweisen.

Die Fördermaßnahme erlaubt einerseits weiterführende experimentelle Untersuchungen in spezialisierten Laboratorien und andererseits den Aufbau mathematischer und bioinformatischer Modelle. In das Vorhaben werden Wissenschaftler aus Dresden, Essen, Göttingen, Mannheim, München, Kiel und Regensburg eingebunden sein. Insgesamt werden etwa 30 Arbeitsplätze bzw. Doktorandenstellen für zunächst drei Jahre geschaffen. Knapp die Hälfte von ihnen wird in Leipzig angesiedelt sein. Die Kombination von patientenorientierter molekular-genetischer Forschung und mathematischen Modellierungen wird in Fachkreisen als wichtig für zukünftige biomedizinische Innovation angesehen.

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