01.06.2006 - Universität Basel

Neue Studie zeigt prognostische Bedeutung des Tumor-Antigens EpCAM bei Eierstockkrebs

Resultate unterstützen neue Therapien gegen EpCAM zur Behandlung solider Tumore

Micromet, Inc. gab die Ergebnisse einer Studie bekannt, die zeigen, dass die erhöhte Expression des epithelialen Zell-Adhäsionsmoleküls (EpCAM) ein unabhängiger prognostischer Marker bei Eierstockkrebs ist. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Innsbruck, Linz und Basel durchgeführt.

In der retrospektiven Studie wurden Tumorgewebeproben von Patientinnen mit Eierstockkrebs verschiedener Stadien und Tumorgrade auf Häufigkeit und Ausmaß einer EpCAM-Expression hin analysiert. Insgesamt wurden Proben von 199 Patientinnen untersucht, davon 91 in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung (Grad 3). Etwa 70% aller Tumorproben und 83.5% der Proben von Tumoren des Grades 3 zeigten eine sehr hohe EpCAM-Expression. Bei Vergleich aller Patientinnen war eine erhöhte EpCAM-Expression mit einer reduzierten Überlebenszeit verbunden. Die durchschnittliche (mediane) Gesamtüberlebenszeit von Patientinnen mit erhöhter EpCAM-Expression war nur halb so lang wie die von Patientinnen, deren Tumore kein EpCAM exprimierten (23 gegenüber 46 Monaten, p<0.01).

"Diese Ergebnisse bestätigen, dass EpCAM eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf solider Tumorerkrankungen spielt", kommentiert Patrick Baeuerle, Chief Scientific Officer von Micromet. "Auch bei Brustkrebs und Tumoren der Gallenblase oder des Gallengangs ist eine erhöhte EpCAM-Expression mit einer reduzierten Überlebenszeit der Patienten verbunden. Antikörperbasierte Therapien, die gegen EpCAM gerichtet sind, adressieren deshalb eine besonders aggressive Form von Krebszellen und können möglicherweise das Überleben der Patienten positiv beeinflussen."

Micromets Pipeline umfasst zwei Wirkstoffkandidaten, die gegen EpCAM gerichtet sind. Die ist zum einen der humane Antikörper Adecatumumab (MT201), der zur Zeit in Kooperation mit Serono in zwei Phase-II-Studien zur Behandlung von Brust- und Prostatakrebs getestet wird. Der andere Wirkstoffkandidat ist MT110, ein Vertreter der BiTE®-Familie, der sich in präklinischer Entwicklung befindet.

Originalveröffentlichung: G. Spizzo, P. Went, S. Dirnhofer, P. Obrist, H. Moch, P. A. Baeuerle, E. Mueller-Holzner, C. Marth, G. Gastl, A. G. Zeimet; "Overexpression of epithelial cell adhesion molecule (Ep-CAM) is an independent prognostic marker for reduced survival of patients with epithelial ovarian cancer."; Gynecol Oncol. 2006.

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