Sartorius setzt auf Biopharma-Boom bis 2030
Biologika sollen 57 Prozent der Pharmaumsätze erreichen
Der Life-Science-Konzern Sartorius schärft seinen starken Fokus auf Biopharma-Kunden und veröffentlicht im Vorfeld des heutigen Kapitalmarktags seine aktualisierte Strategie sowie neue Mittelfristziele. Diese sehen nachhaltig profitables Wachstum über dem Marktniveau vor.
„Unser resilientes Geschäftsmodell und die Erfolge der Vergangenheit haben ein starkes Fundament geschaffen. Wie wir darauf aufbauen, wird über unseren zukünftigen Erfolg entscheiden“, sagte Sartorius-Vorstandschef Dr. Michael Grosse. „Die Biopharma-Branche befindet sich in einer Phase, in der Innovation, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit wichtiger sind denn je. In diesem anspruchsvolleren Umfeld wird Fokussierung entscheidend. Mit Blick nach vorn wollen wir unsere Kernkompetenzen stärken, zukünftige Geschäftsfelder gezielt ausbauen, das Kundenerlebnis weiter verbessern und unsere eigene Effizienz steigern, um auch zukünftig besser abzuschneiden als der Markt und nachhaltigen Wert für Kunden, Partner, Lieferanten, Mitarbeitende und Aktionäre zu schaffen.“
Sartorius’ geschärfter strategischer Fokus spiegelt zentrale Entwicklungen in der biopharmazeutischen Industrie wider: Biologika machen einen wachsenden Anteil der Entwicklungs-Pipelines, Zulassungen und Produktionsvolumina aus. Im Jahr 2025 überstiegen die globalen Biopharma-Umsätze erstmals die traditioneller Therapien; bis 2030 sollen sie rund 57 Prozent der weltweiten Pharmaumsätze ausmachen. Gleichzeitig wird die Branche durch das Aufkommen neuer Wirkstoffklassen und den steigenden Kostendruck in Gesundheitssystemen immer komplexer.
Strategische Initiativen zur Stärkung von Portfolio, Kundenerlebnis und Effizienz
Um weiter profitabel zu wachsen und seine führende Marktposition in einem sich verändernden Umfeld weiter auszubauen, setzt Sartorius auf eine Reihe strategischer Initiativen.
Mit Blick auf sein Produktportfolio zielt das Unternehmen darauf ab, sein Kerngeschäft weiter zu festigen und seine führende Rolle in entscheidenden Anwendungsfeldern wie Prozessintensivierung, Single-Use-Technologien und Zellanalytik weiter auszubauen. Um zukünftige Wachstumschancen zu erschließen, will Sartorius ausgewählte aufstrebende Geschäftsfelder gezielt weiterentwickeln. Dazu gehören das breite Angebot für fortschrittliche Therapien wie Zell- und Gentherapien, fortschrittliche Zellmodelle, Prozessanalytik sowie Plattformen für analytische Charakterisierung und Qualitätskontrolle.
Auch über sein Produktangebot hinaus will Sartorius die sich wandelnden Erwartungen in der Biopharmaindustrie – wie kürzere Lieferzeiten, Liefertreue und vereinfachte Abläufe – adressieren. Dafür stellt das Unternehmen seine Kunden künftig als eine integrierte Organisation noch stärker in den Mittelpunkt und plant seine operative Effizienz in den Bereichen Lieferkette, Produktqualität und Serviceleistungen weiter zu steigern.
Neue Mittelfristprognose: Organisches Umsatzwachstum über dem Markt und steigende Marge
Auf Basis der aktuellen Markteinschätzung geht die Unternehmensleitung davon aus, dass die für Sartorius relevanten Märkte mittelfristig um rund 7 bis 9 Prozent pro Jahr wachsen werden. Für die Märkte der Bioprozesssparte wird ein Wachstum von etwa 8 bis 10 Prozent jährlich erwartet, für die der Laborsparte von rund 4 bis 6 Prozent.
Vor diesem Hintergrund und gestützt auf seine starke Marktposition sowie seinen klaren strategischen Fokus hat das Unternehmen eine neue Mittelfristprognose für die Jahre ab 2027 festgelegt. Die Unternehmensleitung strebt an, die relevanten Märkte jährlich um etwa 100 bis 200 Basispunkte zu übertreffen. Auf Konzernebene erwartet das Unternehmen so ein organisches Umsatzwachstum von wechselkursbereinigt 8 bis 11 Prozent pro Jahr. Beide Sparten sollen hierzu mit über dem Markt liegenden Wachstumsraten beitragen: Für die Sparte Bioprocess Solutions geht die Unternehmensleitung von einem jährlichen Zuwachs von wechselkursbereinigt 9 bis 12 Prozent aus, für die Sparte Lab Products & Services von wechselkursbereinigt 5 bis 7 Prozent.
Zugleich will Sartorius seine Profitabilität weiter steigern. Die bereinigte EBITDA-Marge des Konzerns soll jährlich um rund 50 bis 75 Basispunkte zulegen. Wesentliche Treiber sieht das Unternehmen vor allem in Skaleneffekten, operativen Optimierungen und einem steigenden Umsatzanteil der margenstarken Verbrauchsmaterialien. Für die Bioprozesssparte rechnet die Unternehmensleitung mit einer jährlichen Margensteigerung von rund 60 bis 85 Basispunkten, für die Laborsparte von etwa 20 bis 30 Basispunkten – unter anderem aufgrund von Investitionen in Innovation, Digitalisierung und zukünftige Wachstumsfelder.