27.05.2020 - SpinDiag GmbH

Start-up erhält 16,3 Millionen Euro zur Markteinführung ihres SARS-CoV-2 Schnelltestsystems

„Mini-Labor“ liefert Ergebnisse in 30 bis 40 Minuten

Die Spindiag GmbH, ein vor vier Jahren aus dem Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme ausgegründetes Medizintechnik-Start-up, gab den planmäßigen Abschluss einer Serie-B-Finanzierung in Höhe von 16,3 Millionen Euro bekannt. An Spindiags vierter Finanzierungsrunde beteiligen sich die bisherigen Kapitalgeber sowie Think.Health Ventures als neuer Investor aus dem Bereich Health Care. Mit der Kapitalerhöhung soll die Markteinführung der Rhonda Diagnostik Plattform zum Nachweis des SARS-CoV-2 Virus ermöglicht werden. Das „Mini-Labor“ wurde speziell für den dezentralen Einsatz am Ort der Probenentnahme entwickelt und zeichnet sich durch eine einfache und zuverlässige Testdurchführung aus. Das System basiert auf einem zweistufigen PCR Verfahren, einer Weiterentwicklung des Laboranalysestandards Polymerase-Kettenreaktion (engl. polymerase chain reaction, PCR). Ob eine Person mit dem Corona Virus infiziert ist oder nicht, wird sich mit dem Rhonda Testsystem innerhalb von 30 bis 40 Minuten, bestimmen lassen.

Das System befindet sich derzeit in der analytischen Prüfung. Mit einer Marktzulassung in Deutschland und der EU rechnet das Unternehmen im dritten Quartal 2020.

Dazu Dr. Daniel Mark, Geschäftsführer und Mitgründer der Spindiag GmbH: „Die Serie-B-Finanzierungsrunde ist ein signifikanter Meilenstein auf dem Weg zur Markteinführung unseres Corona Schnelltests und für die Weiterentwicklung unserer Testplattform, die schnelle Infektionsdiagnostiken vor Ort ermöglichen soll. So wird dieses Jahr auch noch ein Test auf multiresistente Bakterien (MRSA) in Deutschland und der EU zugelassen werden, und die Markteinführung weiterer Tests in 2021 vorbereitet. Wir schätzen daher die Unterstützung durch unsere bisherigen Investoren und begrüßen unseren neuen Investor Think.Health Ventures. Damit wird die essenzielle Branchenexpertise in unserem Unternehmen weiter gestärkt. Alle Kapitalgeber sind vom Potential unserer Testplattform überzeugt – in Zeiten von Corona mehr denn je.“

Manfred Hoffmann Gesellschafter der WBG Pflegeheime und Spindiag Investor seit 2019 ergänzte: „Dezentral einsetzbare Testsysteme zum zuverlässigen Nachweis von SARS-CoV-2 könnten vor allem bei der Umsetzung der schrittweisen Corona-Lockerungspolitik eine wichtige Rolle spielen. Das Rhonda Testsystem wurde für den mobilen Einsatz am Point of Care konzipiert. Es könnte aber auch außerhalb vom Krankenhaus eingesetzt werden. Und zwar überall da, wo schnell Testergebnisse benötigt werden, zum Beispiel in Pflegeheimen, an Grenzübergängen, Flughäfen oder in Unternehmen.“

Think.Health Ventures Partner und Gründer, Dr. Florian Kainzinger, erklärte hierzu: “Mit ihrer innovativen Testplattform zur Infektionsdiagnostik passt die Spindiag GmbH perfekt in unser Portfolio. Uns hat beeindruckt wie schnell und agil das Start-up reagiert hat, und mit Beginn der Corona-Krise sofort sein ursprünglich auf den Nachweis multiresistenter Bakterien angelegtes Testsystem um einen SARS-Cov-2 Test erweitert hat. Wir gehen davon aus, dass Testen auch über die Corona-Krise hinaus ein zentrales Thema im Gesundheitsbereich bleiben, vielleicht sogar ein Stück Alltag werden wird.“

Die Finanzierung folgt auf eine erst im April bekannt gegebene Förderung in Höhe von sechs Millionen Euro durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, die das Unternehmen gemeinsam mit dem Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme erhalten hat. Mit der Finanzhilfe wird auf der bestehenden Diagnostik-Plattform ein Test zum Nachweis des SARS-CoV-2 Virus etabliert. Zudem können mit der Förderung die Produktionskapazitäten der Testkartuschen weiter erhöht werden, um für den Markteintritt gerüstet zu sein.

Das Rhonda Testsystem

Das vollautomatische Rhonda Testsystem besteht aus einem Analysegerät mit integrierter Testkartusche. Die patentierte Technologie macht manuelles Pipettieren von Abstrichproben auf den Testträger überflüssig, was das Infektionsrisiko für Anwender auf ein Minimum reduziert. Die Integration des Testsystems in den klinischen Alltag – am Point of Care – ist so problemlos möglich. Der Ablauf ist denkbar einfach: Abstrichproben aus Nase und Rachen können direkt in die Testkartusche eingegeben werden. Sie enthält alle für die Testung benötigten Reagenzien. Ähnlich wie eine CD wird die Kartusche anschließend in das Gerät eingeführt und vollautomatisch prozessiert. Ein weiterer Vorteil: in dem Analysegerät können zwei Kartuschen gleichzeitig analysiert werden, was höhere Testkapazitäten ermöglicht. Nach 30 bis 40 Minuten liegt das Ergebnis vor. Testergebnisse können direkt am Gerät abgelesen und – falls erforderlich – digital übertragen werden. Da die Kosten für einen Test deutlich unter 50 Euro liegen werden, repräsentiert das System nicht nur eine einfache und zuverlässige, sondern auch wirtschaftliche Lösung zur schnellen Detektion von Viren und Bakterien.

Zweistufiges PCR Testverfahren

Das zweistufige PCR Testverfahren ist eine Weiterentwicklung des gängigen Laboranalysestandards Polymerase-Kettenreaktion (engl. polymerase chain reaction, PCR), mit dem sich die Erbinformation eines Virus in einem Nasen- / Rachenabstrich direkt nachweisen lässt. Bei der zweistufigen PCR werden zwei Standard-PCRs in einem Testgerät hintereinandergeschaltet. Das ermöglicht besonders sensitive und spezifische, also zuverlässige Analysen.

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