Trotz Finanzkrise: SPECTARIS erwartet für Optische Technologien mittelfristig Markterholung
Umsatz sinkt in 2008 um 2,5 Prozent
19.06.2009: Obwohl die Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise auch für die die Unternehmen der Optischen Technologien deutlich spürbar sind, geht der Branchenverband SPECTARIS mittelfristig von Erholung des Marktes aus. Nach der rasanten Entwicklung in den vergangenen Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten musste die Branche in 2008 einen Umsatzrückgang um rund 2,5 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro verbuchen. Für das laufende Jahr erwartet der Branchenverband SPECTARIS weitere Rückgänge - um zehn Prozent im Inland und um 15 Prozent beim Export. Diese Zahlen gab SPECTARIS-Geschäftsführer Sven Behrens auf der Fachmesse LASER in München bekannt. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Unternehmen nach einer Beruhigung der internationalen Finanzmärkte ihren Erfolgskurs fortsetzen könnten. Voraussetzungen für weiteres zukünftiges Wachstum seien aber auch intelligente forschungspolitische Rahmenbedingungen und die Lösung des zu erwartenden Fachkräftemangels.
"Die Krise trifft die Branche nach dem enormen Wachstum der letzten Jahre auf einem sehr hohen Niveau". Bei dem für 2009 prognostizierten Umsatzrückgang würde sich der Markt immer noch ungefähr auf dem Niveau von 2006 einpendeln. Im Inland erzielten die rund 1.000 Unternehmen zwar ein leichtes Plus von knapp zwei Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Dieses Plus wurde aber durch den deutlich rückläufigen Auslandsumsatz in Höhe von rund vier Prozent mehr als aufgezehrt. Mit 14,4 Milliarden Euro wurden aber trotz dieses Rückgangs immer noch zwei Drittel der Umsätze im Ausland erzielt. Wichtigster internationaler Absatzmarkt blieb dabei die Europäische Union trotz eines fast zehn prozentigen Rückganges. Leicht rückläufig (-2,5 Prozent) waren auch die Exporte nach Nordamerika, während die Ausfuhren nach Asien praktisch auf dem Vorjahresniveau blieben. Trotz der Einbußen zeichnen sich die Unternehmen durch ihr hohes Innovationspotenzial aus. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gemessen am Umsatz betrugen weiterhin vergleichsweise hohe zehn Prozent. "Die Optischen Technologien waren auch in 2008 ein Job-Motor", sagte Behrens und verwies auf die Entwicklung der Mitarbeiterzahl, die um vier Prozent auf 119.000 anstieg.
"Die Ursachen für die aktuelle Wachstumsschwäche sind nicht hausgemacht", unterstrich der SPECTARIS-Geschäftsführer. Die Optischen Technologien seien einer der wichtigsten Wachstums- und Zukunftsbranchen der deutschen Wirtschaft. Als Schlüssel- und Querschnittstechnologien mit zahlreichen Anwendungsfeldern, etwa in der Medizintechnik, in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau sei die Branche aber auch anfällig für branchenübergreifende Krisen. "Auch der hohe Exportanteil ist Chance und Risiko zugleich", sagte Behrens. Auf den ausländischen Märken habe die Finanzkrise zum Teil heftiger zugeschlagen als im Inland. Die dadurch ausgelöste sinkende Nachfrage schwäche das Exportgeschäft.
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