28.02.2005 - University of Birmingham

Britische Wissenschaftler entwickeln neue Software für die Analyse von Atomen in Pulversubstanzen

Britische Wissenschaftler der Universitäten Birmingham und Manchester (UMIST), und dem Daresbury Laboratory haben mit Unterstützung des Engineering and Physical Sciences Research Council EPSRC eine neue Software für chemische Analysen entwickelt. Mit ihrer Hilfe können die Eigenschaften und das Verhalten verschiedener Pulversubstanzen auf atomarer Ebene untersucht werden. Interdisziplinäre Forschung und enge Kooperation zwischen Chemieforschern, IT-Experten, und Materialwissenschaftlern haben die Entwicklung von POWMOD (Powerful Molecular Dynamics) erst möglich gemacht.

Das Zusammenspiel der Atome in Makromolekülen wie Proteine oder Polymere bestimmt auch die Eigenschaften von Pulvermaterialien, unabhängig davon, ob es sich um Pulversoßen für die Lebensmittelindustrie, pharmazeutische Substanzen, oder Sprengstoff handelt. Die neue Software POWMOD untersucht mit Hilfe von Simulationen das komplexe Reibungsverhältnis, die Zusammenballung, die Anhäufungsreaktionen und die Abstoßungskraft der Atome in Zusammenhang mit deren chemischen Eigenschaften. Professor Kevin Kendall von der Universität Birmingham ist der Meinung, daß die Computersimulationen eine große Rolle in industriellen Produktionsprozessen spielen werden. Denn trotz bereits vorhandener experimenteller Technologien, wie zum Beispiel die AFM (Atomic Force Microscopy), sind komplizierte und teuere Testverfahren immer noch nötig, um das Verhalten verschiedener Pulverarten unter reellen Bedingungen zu bestimmen. Die Wissenschaftler hoffen, daß POWMOD nicht nur Zeit und Kosten sparen wird, sondern auch potentielle Gefahren, zum Beispiel bei Versuchen mit radioaktivem Pulver, mindern wird. Die Projektteilnehmer haben bereits mehrere mögliche industrielle Anwendungen im Visier.

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