08.04.2020 - SpinDiag GmbH

Start-up erhält 6 Millionen Euro zur Entwicklung eines Corona-Schnelltests

Nested PCR-Test für Ergebnisse in ca. 35 Minuten direkt am Point of Care

Die Spindiag GmbH mit Sitz in Freiburg im Breisgau, ein vor vier Jahren aus dem Hahn-Schickard Institut für Mikroanalysesysteme ausgegründetes Medizintechnik Start-up gab bekannt, dass es zusammen mit Hahn-Schickard vom Land Baden-Württemberg eine Finanzhilfe über insgesamt sechs Millionen Euro erhält, um einen SARS-CoV-2 Schnelltest zu entwickeln. Dieser sogenannte nested PCR-Test kann direkt am Point of Care, also an Ort und Stelle der Probenentnahme, eingesetzt werden. Der Wirtschaftsausschuss des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau bewilligte die Mittel in einem nun verabschiedeten Eilantrag. Die Förderung ermöglicht es dem Freiburger Unternehmen auf seiner Testplattform, die für den Nachweis multiresistenter Bakterien entwickelt wurde, ab sofort auch einen Schnelltest auf das SARS-CoV-2 Virus zu etablieren. Dieser soll eine zuverlässige Diagnose des Coronavirus bzw. von COVID-19 in etwa 35 Minuten ermöglichen. Gleichzeitig ist geplant, mit der Plattform zukünftig auch eine differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Atemwegserkrankungen wie der saisonalen Grippe zu ermöglichen. Das Testverfahren befindet sich derzeit in der analytischen Prüfung. Angestrebt wird, bis zum zweiten Quartal 2020 mit einer CE-IVD Konformitätserklärung an den Markt zu gehen.

Dazu Dr. Daniel Mark, Geschäftsführer der Spindiag GmbH: "Die Corona-Pandemie stellt das deutsche Gesundheitswesen und die Gesundheitssysteme weltweit derzeit vor große Herausforderungen. Es ist davon auszugehen, dass auch weiterhin ein hoher Bedarf an SARS-CoV-2 Testverfahren bestehen wird, gerade auch direkt bei der Probenentnahme. Denn hier ist es wichtig, dass Mediziner unverzüglich Quarantäne anordnen und ggf. weitere Maßnahmen einleiten können. Wir freuen uns sehr, dass wir das Land Baden-Württemberg vom Potential und der Zukunftsfähigkeit unserer Plattform überzeugen konnten".

Die Spindiag-Plattform besteht aus einem Analysegerät mit integrierter Testkartusche, die intuitiv in die klinische Routine eingebunden werden kann. Ohne Aufbereitung können Abtstrichproben aus Nase oder Rachen direkt in die Testkartusche eingegeben werden, die alle für die Testung benötigten Reagenzien enthält. Ähnlich wie eine CD wird die Kartusche anschließend in das Gerät eingeführt und vollautomatisch prozessiert. Nach etwa 35 Minuten liegt das Ergebnis vor. Ein weiterer Vorteil: auf der Plattform können zwei Kartuschen gleichzeitig prozessiert werden, was höhere Testkapazitäten ermöglicht. Dank der patentierten Technologie ist zudem kein manuelles Pipettieren der Probe auf den Testträger mehr erforderlich. Das Infektionsrisiko für Anwender kann so auf ein Minimum reduziert werden.

Testergebnisse können am Gerät direkt abgelesen und falls erforderlich, anonymisiert über das Mobilfunknetz oder eine direkte Cloudanbindung an relevante Einrichtungen wie beispielsweise Gesundheitsämter übertragen werden.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Coronavirus
  • Covid-19
  • Nested-PCR
Mehr über SpinDiag
  • News

    Start-up erhält 16,3 Millionen Euro zur Markteinführung ihres SARS-CoV-2 Schnelltestsystems

    Die Spindiag GmbH, ein vor vier Jahren aus dem Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme ausgegründetes Medizintechnik-Start-up, gab den planmäßigen Abschluss einer Serie-B-Finanzierung in Höhe von 16,3 Millionen Euro bekannt. An Spindiags vierter Finanzierungsrunde beteiligen sich di ... mehr

    MRSA-Schnelltest: Spindiag auf der Zielgeraden

    Spindiag, ein Spin-off aus Hahn-Schickard aus dem Jahr 2016, gab Anfang Juni die Erweiterung der sogenannten Serie-A-Finanzierungsrunde um vier Millionen Euro bekannt: Ein Akteur im Gesundheitswesen, die WBG Pflegeheime, sowie ein weiterer Investor ergänzen nun das Board der Spindiag-Invest ... mehr

    SpinDiag erhält 1,6 Mio. EUR Seedfinanzierung

    Das Freiburger Start-up-Unternehmen SpinDiag GmbH erhielt kürzlich 1,6 Mio. EUR Seedfinanzierung durch drei Privatinvestoren. Sein Team hat ein revolutionäres point-of-care Screening-System für Patienten auf Antibiotika-resistente Bakterien bei deren Krankenhausaufnahme entwickelt. Mit der ... mehr

Mehr über Hahn-Schickard-Gesellschaft
  • News

    MRSA-Schnelltest: Spindiag auf der Zielgeraden

    Spindiag, ein Spin-off aus Hahn-Schickard aus dem Jahr 2016, gab Anfang Juni die Erweiterung der sogenannten Serie-A-Finanzierungsrunde um vier Millionen Euro bekannt: Ein Akteur im Gesundheitswesen, die WBG Pflegeheime, sowie ein weiterer Investor ergänzen nun das Board der Spindiag-Invest ... mehr

    Antibiotika-Resistenzen mit Schnelltests eindämmen

    Eine Bronchitis oder eine Blasenentzündung sind lästige bakterielle Infektionen, die ohne Antibiotika nur schwer zu bekämpfen wären. Ihr Missbrauch lässt jedoch Antibiotika-Resistenzen bei Bakterien stark anwachsen. Eine solche Resistenz macht ein Antibiotikum oder auch mehrere Antibiotika ... mehr

    LICOM startete 138 Projekte - 5,5 Mio. Euro Umsatz

    LICOM, das vom HSG-IMIT gegründete Liquid Handling Competence Centre, zog eine erfolgreiche Zwischenbilanz. Im Jahr 2000 im Rahmen des EU-Förderprogramms Europractice gestartet, hat das Beratungszentrum allein innerhalb der vergangenen zwei Jahre 138 Projekte der Mikrofluidik angestoßen und ... mehr