17.01.2018 - neotiv GmbH

neotiv sichert sich Seed-Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds

Von der Grundlagenforschung ohne Umwege in ein digitales Medizinprodukt: Für neotiv ist diese Vision Realität. Das Team um Geschäftsführer Dr. Chris Rehse und Demenzforscher Professor Emrah Düzel entwickelt anwenderfreundliche Apps, die mentale Auswirkungen der Alzheimer Krankheit im Frühstadium messbar machen. Damit bringt das Magdeburger StartUp neueste Erkenntnisse aus der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen in mobile Apps für den privaten Anwender, Ärzte und Medikamentenentwicklungen.

Die Technologie basiert auf Gedächtnistests, die in umfangreichen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Studien speziell für diesen Zweck entwickelt werden. Die Testergebnisse geben Hinweise darauf, ob für den Altersschnitt normale Gedächtnisfunktionen vorliegen oder spezifische Hirnregionen von Einschränkungen betroffen sind. neotiv erlaubt nicht nur eine Momentaufnahme der mentalen Leistungsfähigkeit, sondern sichert eine hochfrequente und langfristige Prüfung und damit dynamische Anpassung möglicher präventiver und therapeutischer Maßnahmen.

Damit überwindet neotiv eine große Hürde zwischen High-Tech Forschung und Breitenanwendung. Ärzte und Wissenschaftler sind schon seit einigen Jahren in der Lage, mit Hilfe spezieller Bildgebungsverfahren den Beginn und die Ausbreitung dementieller Erkrankungen wie Alzheimer sichtbar zu machen. Es ist bekannt, in welcher Gehirnregion die Erkrankung beginnt und wie sie sich ausbreitet. Diese Bildgebungsverfahren sind ebenso wie Testungen der Rückenmarkflüssigkeit (Liquor) sehr aufwendig und teuer und stehen nur spezialisierten Einrichtungen zur Verfügung. Das Team um neotiv konnte zeigen, dass bestimmte Gedächtnistests den dementiellen Krankheitsverlauf erfassen können. Diese Tests bilden die Grundlage der neotiv App.

Durch die Implementierung als mobile App will neotiv erreichen, den Krankheitsverlauf schon in den frühesten Phasen für Anwender einfach messbar zu machen. Das ist Grundvoraussetzung, um eine Reihe von Problemen anzugehen, die mit der Diagnostik und vor allem Prävention der Alzheimer Erkrankung zusammenhängen. Gesundheitsbewussten Menschen wird die App präventiv helfen Veränderungen ihres Lebensstils zu optimieren, um zielgerichtet Demenzrisiken zu reduzieren. Ärzten wird die App eine einfache Erfassung Alzheimerbedingter Veränderungen sowie eine Therapiekontrolle ermöglichen. Medikamentenentwickler können mit Hilfe der Anwendung eine effizientere und für den Krankheitsverlauf spezifische Vorauswahl von Studienteilnehmern sowie ein detailliertes und genaues Monitoring von Therapieeffekten realisieren.

„Unsere Vision ist es, mit neotiv in Zukunft eine umfassende Begleitung von Gedächtnis- und Demenzvorsorge anbieten zu können. Wir gehen davon aus, dass wir somit der Schlüssel zu einer individualisierten nicht-medikamentösen, aber auch medikamentösen Therapien der Zukunft sein werden. ”, sagt Mitgründer Professor Emrah Düzel. Dr. Chris Rehse ergänzt: „neotiv will nachhaltig einen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung leisten, indem wir auch eng mit wichtigen Institutionen des Gesundheitssystems, wie zum Beispiel dem BfArM, zusammenarbeiten. Darüber hinaus wollen wir in der Gedächtnisforschung verankert bleiben und diese der breiten Bevölkerung zugänglich machen.“

Bei der Integration des Produktes in den wachsenden e-health Markt wird neotiv durch den Flying Health Incubator Berlin unterstützt. Zudem werden Forschungsarbeiten durch das Programm EXIST-Forschungstransfer des BMWi begleitet und gefördert.

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