Gen-Chip soll Diagnose bei chronischer Lebererkrankung "Morbus Wilson" verbessern
BMBF fördert Forschungsprojekt von UKM und dem Biotechnologie-Unternehmen Carpegen mit
Sicher, schnell und Kosten sparend: So kann in naher Zukunft das neue Diagnoseverfahren zur chronischen Lebererkrankung "Morbus Wilson" aussehen. Ermöglichen soll das neue Diagnoseverfahren ein Gen-Chip aus Münster. Die Entwicklung dieses Gen-Chips ist das Ziel eines gemeinsamen Forschungsprojektes des Universitätsklinikums Münster (UKM) und dem Biotechnologie-Unternehmen Carpegen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Verbundprojekt mit rund einer Million Euro.
"In drei Jahren wollen wir einen Prototyp des Chips vorstellen", blickt Prof. Dr. Hartmut Schmidt, Leiter der experimentellen UKM-Transplantationshepatologie, auf die kommenden Aufgaben. Der Gen-Chip soll die Diagnose der Erkrankung qualitativ enorm verbessern und vereinfachen. Damit sollen auch die Kosten für die bislang sehr aufwändigen Diagnoseverfahren in Zukunft gesenkt werden. "Bislang ist die Diagnostik sehr zeitintensiv, es müssen Proben der Leber mit der Gefahr z. B. einer Blutung entnommen werden und zahlreiche Tests durchgeführt werden. Mit dem Chip wird zukünftig eine Blutprobe ausreichen. Anhand dieser Blutprobe wird dann eine genetische Analyse durchgeführt", erklärt Schmidt das Verfahren. Auch weitgehende "Patienten-Screenings" seien dann möglich, so der UKM-Mediziner.
Projektpartner des UKM bei der technischen Entwicklung des Gen-Chips ist Carpegen. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet seit 2001 Diagnostik-Tests für Infektionserkrankungen. "Durch die Kooperation mit dem UKM bei der Entwicklung des Gen-Chips betritt Carpegen ein weiteres klinisches Arbeitsfeld", erklärt Carpegen-Geschäftsführerin Dr. Antje Rötger.
Basis für das Diagnoseverfahren per Gen-Chip ist die weltweit größte Gen-Datenbank zum Morbus Wilson, die beim UKM geführt wird. Diese Datenbank wird die "Informationsgrundlage" für den Gen-Chip. Technisch betrachtet werden bei dem Vorgang die aus einem Blutstropfen gewonnenen und als für die Erkrankung verantwortlich bekannten Abschnitte des Erbgutes gezielt vermehrt und untersucht. Dabei kommen Verfahren wie "Spotting-" und "Hybridisierungstechnologie" zum Einsatz. Als Ergebnis entsteht auf der Oberfläche des Gen-Chips ein Farbmuster, das eine exakte und sichere Diagnose und somit ein gezieltes Therapieverfahren ermöglicht.
Prof. Schmidt sieht in der Kooperation zwischen dem UKM und dem Biotechnologie-Unternehmen auch ein gelungenes Beispiel, wie "Wissenschaft und Wirtschaft am Technologie-Standort Münster gemeinsam neue Produkte entwickeln können. Die Förderung durch das BMBF eröffnet uns dafür eine hervorragende Grundlage."
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