13.09.2006 - Degussa AG

Degussa verleiht European Science-to-Business Award

Nano-Verfahren für magnetische Speicher: 100.000 Euro für Prof. Russell Cowburn

Preisträger des hoch dotierten "Degussa European Science-to-Business Award 2006" ist Russell Cowburn, 36, Professor für Nanotechnology am Imperial College, London. Das gab die Degussa AG in Berlin bekannt. Cowburn setzte sich in der Endrunde gegen zwei weitere europäische Bewerberteams durch. Die Jury überzeugte sein auf der Nanotechnologie basierendes Verfahren zur Herstellung magnetischer Materialien. Dadurch lässt sich die Kapazität von Datenspeichern um den Faktor 100 erhöhen.

Preisträger Prof. Russell Cowburn entwickelte hochleistungsfähige Magnetdatenspeicher, die sich insbesondere für den Einsatz in portablen Geräten eignen, wie in Laptops, Mobiltelefonen, Digital-Kameras, MP3-Playern oder PDAs. Möglich werden dadurch auch völlig neue Anwendungen, so zum Beispiel das Speichern umfangreicher Video-Nachrichten auf Handys. Das Geschäftspotenzial dieser neuen Technologie ist laut Degussa enorm: Nach konservativen Schätzungen beläuft sich das zu erwartende Marktvolumen mittelfristig auf mehr als 100 Mio. Euro.

Von den zahlreichen hochkarätigen Bewerbungen hatten es zwei weitere Teams bis in die Endrunde geschafft: Prof. Peter Wasserscheid (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und Dr. Anders Riisager (Technische Universität Dänemark) sowie Dr. Kjeld van Bommel, Dr. Arianna Friggeri und Dr. Menno Rutger de Jong (Universität Groningen).

Prof. Peter Wasserscheid und Dr. Anders Riisager entwickelten die SILP-Technology. SILP steht für Supported Ionic Liquid Phase. Dahinter verbirgt sich ein Verfahren, mit Hilfe flüssiger Salze Materialoberflächen zu modifizieren, optimieren und variieren. Auf diese Weise lassen sich völlig neue Oberflächeneigenschaften erzeugen, wie etwa die Kombination spezieller Adsorptionseigenschaften mit elektrischer Leitfähigkeit oder katalytische Aktivität.

Das Team von der Universität Groningen und Biomade Technology forschte an neuen Stoffen zur Gelierung und Verdickung von Lösungen und Lösungsmitteln. Diese Low Molecular Weight Gelators (LMWGs) - kleine organische Moleküle - dienen in kosmetischen Formulierungen der Konsistenzänderung von Cremes oder Shampoos. Zudem können sie in pharmazeutischen Formulierungen unter anderem für Tabletten eingesetzt werden, wodurch sich die Auflösungsgeschwindigkeit von Wirkstoffen deutlich erhöht.

Den "Degussa European Science-to-Business Award" hatte der Düsseldorfer Konzern im November 2005 ins Leben gerufen. Der jetzt verliehene Award ist mit einem Preisgeld von 100.000 Euro eine der höchstdotierten Auszeichnungen in der Forschungslandschaft.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Degussa
  • Salze
  • Nanotechnologie
  • molecular weight
  • Lösungen
  • Leitfähigkeit
Mehr über Degussa
  • News

    Schulterschluss der deutschen Industrie bei mikrobieller Genomforschung

    Unter dem Dach des "Industrieverbundes Mikrobielle Genomforschung", Düsseldorf, haben sich erstmals namhafte Unternehmen der Chemie-, Pharma- und Ernährungsindustrie zusammengeschlossen, um die mikrobielle Genomforschung als Technologie hin zur industriellen Anwendung mit großem Einsatz vor ... mehr

    Systembiologie von Mikroorganismen

    Die Systembiologie des biotechnologisch genutzten Mikroorganismus Corynebacterium glutamicum steht im Mittelpunkt eines soeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gestarteten Verbundprojekts an dem das Siegener Forschungszentrum für Multidisziplinäre Analysen und Angewandte ... mehr

    Degussa stiftet europäischen Forschungspreis

    Er ist nicht nur ein völlig neuartiger Innovationspreis auf gesamteuropäischer Ebene, sondern mit einem Preisgeld von 100.000 Euro auch eine der höchstdotierten Auszeichnungen überhaupt in der Forschungslandschaft: der neue europäische "Science-to-Business Award" der Degussa AG, Düsseldorf. ... mehr

Mehr über Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • News

    Mikroskopie im Körper

    Biotechnologen, Physiker und Mediziner der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben eine Technologie für mikroskopische Aufnahmen im lebenden Organismus entwickelt. Ein miniaturisiertes Multiphotonen-Mikroskop, das künftig endoskopisch eingesetzt werden kann, regt körpe ... mehr

    Goldene Zeiten für Partikelanalyse

    Verfahrenstechniker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben eine Methode entwickelt, mit der sich Größe und Form von Nanopartikeln in Dispersionen deutlich schneller als bisher analysieren lassen. Am Beispiel von Goldnanostäbchen demonstrieren sie die zuverlässige ... mehr

    Gestörte Transportwege in Nervenzellen als eine Ursache von Parkinson

    Staus sind auch im Gehirn möglich – und schädlich. Das haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt bestätigen können. Sie konnten belegen, dass gestörte Transportwege in Nervenzellen eine bedeutende Ursache für die Entste ... mehr

Mehr über Imperial College of London
  • News

    Aspirin reduziert das Herzinfarktrisiko, erhöht aber die Gefahr gefährlicher Blutungen

    Die Einnahme von regelmäßig verabreichtem Aspirin ist nicht empfehlenswert, um Herzinfarkt und Schlaganfall bei Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern. Die Forscher vom Imperial's National Heart and Lung Institute und dem King's College London analysierten 13 klinische Stud ... mehr

    Endoskopische Krebserkennung in Echtzeit

    Krebs oder kein Krebs? Dies ist üblicherweise erst nach einer mehrere Tage dauernden histologischen Untersuchung zu klären. Mit einer massenspektrometrischen Methode könnte die Frage bald in Echtzeit entschieden werden. Ein britisch-ungarisches Team stellt ein endoskopisches System vor, das ... mehr

    Endlich unsichtbar

    Wer möchte nicht manchmal unter einer Tarnkappe verschwinden? Was für Harry Potter oder Siegfried in der Nibelungensage Standard ist, galt in der wirklichen Welt als unmöglich. Vor einigen Jahren eröffnete die Theorie der Transformationsoptik zumindest auf dem Papier einen Weg. Im Experimen ... mehr

Mehr über Uni Groningen
  • News

    Einzelmoleküle in Nanolitern Blut in Echtzeit messen

    Wissenschaftler der Universität Groningen haben unter der Leitung des außerordentlichen Professors für Chemische Biologie Giovanni Maglia ein Nanoporensystem entwickelt, das in der Lage ist, verschiedene Metaboliten gleichzeitig in einer Vielzahl von biologischen Flüssigkeiten innerhalb von ... mehr

    Fingerabdrücke als Doppelbrechungsmuster

    Responsive Materialien können auf externe Kräfte mit einem Phasenübergang reagieren. Auch Biopolymer-Tensid-Mischungen sind dazu fähig, wie eine Studie von deutschen und chinesischen Wissenschaftlern jetzt gezeigt hat. Die neuen Phasen bleiben dauerhaft bestehen und lassen sich durch optisc ... mehr

    Bauplan einer bakteriellen Solaranlage

    Wer von Licht lebt, wo es wenig Licht gibt, braucht dafür eine besondere Antenne. Das grüne Schwefelbakterium Chlorobaculum tepidum, das unter anderem in tiefen, dunklen Gewässerschichten lebt, besitzt solche Antennen. Deren Bauplan hat ein internationales Team um Wissenschaftler des Max-Pl ... mehr