09.10.2013 - INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

Antimikrobielle Beschichtungen mit Langzeitwirkung

In Krankenhäusern, Küchen und Sanitärbereichen, in Klima- und Lüftungsanlagen, bei der Verarbeitung von Lebensmitteln und bei der Herstellung von Verpackungsmaterial sind Hygiene und keimfreies Arbeiten besonders wichtig. In diesen Bereichen gefährden Bakterien und Pilze die Gesundheit von Verbrauchern und Patienten. Forscher des INM haben nun antimikrobielle Beschichtungen sowohl mit Silber-, als auch mit Kupferkolloiden hergestellt, die Keime zuverlässig und langfristig abtöten und gleichzeitig das Einnisten von Keimen verhindern.

 „Die neue Entwicklung verbindet zwei Eigenschaften miteinander, die die Anwesenheit von Keimen und Pilzen auf solchen Flächen praktisch auf Null setzt“, erklärt Carsten Becker-Willinger, Leiter des Programmbereichs Nanomere. In der Beschichtung sind Silber- oder Kupferkolloide eingelagert, die keimtötende Metall-Ionen nach und nach an die Umgebung abgeben. „Die Metallkolloide sind nur wenige Nanometer groß. Durch ihr besonderes Verhältnis von Größe und Oberfläche lässt sich ein ausgeprägter Langzeiteffekt verwirklichen. Der „Verbrauch“ der Metalle zu Metall-Ionen ist dabei so gering, dass die Wirksamkeit der Beschichtung auf mehrere Jahre eingestellt werden kann“, sagt der Chemiker Becker-Willinger.

Die Oberfläche der Beschichtung ist gleichzeitig antiadhäsiv: Weder abgetötete,noch frische Keime können so auf der Oberfläche anhaften. Damit wirke die Beschichtung vor allem der Bildung eines flächendeckenden Biofilms entgegen.

Die doppelte, mikrobizide und biofilmhemmende Wirkung konnten die Forscher über das standardisierte Testverfahren ASTM E2 180 nachweisen. Das neue Material lässt sich auf verschiedene Untergründe wie zum Beispiel Kunststoff, Keramik oder Metall durch gängige Techniken wie Sprühen oder Tauchen auftragen. Es härtet thermisch oder photochemisch aus. Durch gezielte Variation der einzelnen Bestandteile können die Entwickler auf die besonderen und unterschiedlichen Bedürfnisse möglicher Anwender reagieren.

INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

Jetzt Infos anfordern

News weiterempfehlen PDF Ansicht / Drucken

Teilen bei

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Hygiene
  • Beschichtungen
  • Verpackungsmaterialien
  • Pilze
  • Keramik
  • Bakterien
  • Silber
  • Metalle
  • Leibniz-Institut fü…
Mehr über Leibniz-Institut für Neue Materialien
Mehr über Leibniz Gemeinschaft
  • News

    Vom Winde verweht: Neues Projekt untersucht atmosphärische Phosphor-Einträge in die Ostsee

    Am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde startet eine vom Umweltbundesamt (UBA) geförderte zweijährige Pilotstudie zur Erfassung atmosphärischer Phosphoreinträge in der südlichen Ostsee. Überdüngung und ihre Folgen stellen nach wie vor das größte Umweltproblem in der Ostsee dar. ... mehr

    Mäuse kommen in die Röhre

    In einem soeben gestarteten Forschungsprojekt gehen Jenaer Wissenschaftler neue Wege, um Tierversuche zu verringern. An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp 800.000 Euro finanzierten Vorhaben sind drei Institute beteiligt. Die Forscher beschäftigen sich mit I ... mehr

    Mit winzigen Schläuchen zum Erfolg

    Es war ein entscheidender Fehler, und Petra Dittrich erinnert sich noch genau an den Moment: "Passiert ist es an einem Dienstagabend im Labor", erzählt die Wissenschaftlerin vom Institute for Analytical Sciences (ISAS) in Dortmund. Sie wollte künstliche Zellen mit einem eigens an dem Leibni ... mehr