Industrie 4.0-Lösungen erfolgreich implementieren

RWTH-Studie „Industrie 4.0: Implement it!“ veröffentlicht

24.01.2019

geralt; pixabay.com; CCO

Vernetzung, Symbolbild

Der Begriff Industrie 4.0 prägt seit 2011 die gesamte produzierende Industrie. Er beschreibt die sogenannte vierte industrielle Revolution, die produzierenden Unternehmen mittels digitaler Vernetzung einen Gewinn verspricht. Diese ist außerdem eine echtzeitfähige, intelligente, horizontale und vertikale Vernetzung zum Beispiel von Menschen, Maschinen, Objekten und Informations- und Kommunikationssystemen. Ziel ist hierbei die dynamische Beherrschung komplexer Systeme sowie die Optimierung von Produktionsprozessen, Produkten und Dienstleistungen.

Im Gegensatz zu den Vorherigen ist die vierte industrielle Revolution nicht aus der Weiterentwicklung und Technisierung von produzierenden Unternehmen entstanden, da sie von der Bundesregierung als strategisches Zukunftsprojekt ausgerufen wurde. Nach einer zögerlichen Beschäftigung der Unternehmen mit diesem Thema in den ersten Jahren, ist es mittlerweile in der breiten Masse der Produktion bekannt geworden. In Deutschland schätzen 80 Prozent aller produzierenden Unternehmen Industrie 4.0 für strategisch relevant ein und 89 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die strategische Bedeutung zukünftig weiter steigen wird.

Trotz dessen setzen lediglich 45 Prozent der Unternehmen vereinzelt Industrie 4.0-Lösungen ein, während weitere 20 Prozent die Einführung von entsprechenden Lösungen planen. Die vierte industrielle Revolution ist also gestartet, aber noch nicht vollständig erfolgt. Ein wesentlicher Grund hierfür sind mangelnde organisatori-sche Strukturen und Vorgaben sowie hohe Investitions- und Entwicklungsaufwände.
Die durch die Abteilung Unternehmensentwicklung konzeptionierte Studie stellt den Leitfaden „Industrie 4.0: Implement it!“ vor, der Impulse sowie Handlungsempfehlungen in diesem Bereich gibt. Diese Empfeh-lungen erfolgen in Form eines Konzepts zur Umsetzung der ganzheitlichen Industrie 4.0-Implementierung. Zur erfolgreichen Umsetzung werden konkrete organisatorische Strukturen, Prozesse, und Instrumente vorgestellt. Um die Inhalte möglichst praxisnah zu vermitteln, werden außerdem in der gesamten Studie zwei Use-Cases betrachtet, an denen die präsentierten Inhalte exemplarisch angewandt werden.

Mit dieser Studie wirkt die Abteilung Unternehmensentwicklung gegen fehlende Umsetzungskonzepte der produzierenden Unternehmen, damit Industrie 4.0 in deren gesamte Organisation eingeführt und nachhaltig etabliert werden kann. Der Leitfaden dient außerdem der branchenübergreifenden Umsetzung der Industrie 4.0-Lösungen. Einen Vergleich zieht die Studie hierbei zu der Entwicklung und Umsetzung des Lean-Management-Konzepts Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch dieses Konzept fand schnell breites Interesse in der produzierenden Industrie. Es dauerte jedoch einige Jahre, bis geeignete organisatorische Elemente und Strukturen wie Produktionsmanagementsysteme, Lean-Management-Abteilungen und Lean-Manager installiert wurden, um das Konzept auch ganzheitlich in den Unternehmen zu implementieren. Diese jahrelange Entwicklung soll mit Hilfe des Leitfadens im Bereich der Industrie 4.0 deutlich beschleunigt und somit verkürzt werden.

Die Studie ist über die Kontaktbox auf der rechten Seite verfügbar.

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH)

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