24.10.2012 - Ruhr-Universität Bochum

Neuer Nachweis für Multiple Sklerose in Aussicht

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben eine neue Methode zum Nachweis von Multipler Sklerose (MS) sowie zur Unterscheidung verschiedener Verlaufensformen dieser Erkrankung ausfindig gemacht. Sie erzielten ihre Ergebnisse in einer Studie mit mehr als 100 Teilnehmern, die Daten müssen noch in einer zweiten Untersuchung mit mehr als 1.000 Patienten überprüft werden. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse in Neurology.

Beim Verdacht auf Multiple Sklerose (MS) - die chronisch-entzündliche Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarks - führen Ärzte eine so genannte Lumbalpunktion durch, bei der sie Nervenwasser aus dem Lendenwirbelbereich entnehmen. Die Forscher konnten nun nachweisen, dass sich in dieser Flüssigkeit krankheitsspezifische Micro-RNAs befinden. Diese Micro-RNAs zeigen an, ob die Erkrankung vorliegt oder nicht. Darüber hinaus ist anhand von verschiedenen Mustern, die diese Micro-RNAs bilden, erkennbar, welche Verlaufsform der Erkrankung vorliegt.

"Wir hoffen, dass die Ergebnisse auch Einsichten in die Veränderungen der Erbinformationen sowie die Entstehung und Entwicklung der MS gewähren - und, dass wir Faktoren finden, die beim Übergang von der schubförmigen zur sekundär-chronischen MS eine Rolle spielen", sagt Dr. Aiden Haghikia, Neurologische Klinik der RUB. "Unsere Erkenntnisse befinden sich im Anfangsstadium, werden aber möglicherweise helfen, die Erkrankung zu diagnostizieren und den Verlauf zu prognostizieren", sagt Professor Dr. Thomas Thum, Leiter des Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS) der MHH. 

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