analytica-word.com

Aktuelle Nachrichten

Land:
Verknüpfung:
Suche nach:
Übersicht Firmen Länder
Alle   Beruf   Finanzen   Forschung   Gesetze   Kooperation   Märkte   Personalia
Politik   Preisentwicklung   Produktentwicklung   Produktion   Technologie   Wirtschaft

Druckansicht | Nachricht versenden | RSS-FeedRSS-Feed

Goldige Nanohanteln
Selektive Bindung von Goldnanopartikeln an die Enden stäbchenförmiger Viren

10 Apr 2007 - Der Trend zur Nanotechnologie scheint unaufhaltsam. Dafür werden definierte Bausteine und Muster im Nanomaßstab benötigt. "Eine typische Schwierigkeit bei der Synthese von Nanostrukturen ist das Modifizieren von nanoskaligen Objekten an spezifischen Positionen," sagt Alexander Bittner, dem mit einem Team vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und mit Christina Weges Team von der Universität Stuttgart nun ein wichtiger Durchbruch gelungen ist. Den Wissenschaftlern glückte die selektive Modifizierung der Enden nanoskaliger Stäbchen: Goldnanopartikel binden ausschließlich an die Enden röhrenförmiger Viren. Durch eine stromlose Vergoldung lassen sich die Gold-Enden so vergrößern, dass hantelförmige Gebilde entstehen.

 
Biologische Moleküle wie DNA, aber auch wesentlich größere "Fast-Organismen" wie Viren sind wegen ihres hochsymmetrischen Aufbaus und ihrer engen Größenverteilung ideale "Gussformen." für die genaue Positionierung von Nanoobjekten und die Synthese strukturierter Nanomaterialien. Die Stuttgarter Wissenschaftler wählten für ihre Versuche das Tabakmosaikvirus, ein für Mensch, Tier und die meisten Pflanzen ungefährliches Pflanzenvirus, das die Form eines etwa 300 nm langen Röhrchens aufweist. Die Forscher mischen eine Suspension dieser Viren mit einer Flüssigkeit, die feinst verteilte Goldpartikelchen, ein so genanntes Goldsol, enthält. Die Goldpartikel tragen dabei Citrat-Moleküle (Zitronensäure) auf ihrer Oberfläche. Unter dem Elektronenmikroskop zeigt sich Interessantes: Einzelne Goldpartikel binden an die Viren - aber ausschließlich an deren Enden. Der Grund für diesen ungewöhnlichen Befund liegt in der RNA der Viren. Wege: "Die RNA ist im Tabakmosaikvirus üblicherweise tief in die Proteinhülle eingebettet, nicht aber an den Enden der Virusröhren." In der Tat konnte gezeigt werden, dass Goldpartikel des Goldsols auch an freie RNA binden. Bittner und seine Kollegen postulieren, dass die aromatischen Basen der RNA das Citrat von der Goldoberfläche verdrängen.
 
Die Forscher tauchen die Virus-Gold-Gebilde dann auf einem Träger in ein Goldbad (einer Methode zur stromlosen Vergoldung). Dabei scheidet sich weiteres Gold nur auf den bereits vorhandenen Goldnanopartikeln an den Stäbchen-Enden ab, sodass hantelförmige Gebilde entstehen. Bittner und Wege können sich eine ganze Reihe verschiedener Anwendungen für die Nanohanteln vorstellen, beispielsweise als Knotenpunkte für die elektrische Verdrahtung im Nanomaßstab.
 
Originalveröffentlichung: Alexander M. Bittner et al.; "Selbstorganisation von Metall-Virus-Nanohanteln"; Angewandte Chemie 2007, 119, No. 17, 3210-3212.
 
Weitere Informationen

Angewandte Chemie
Weinheim, Deutschland

News
-  17.11.2008 - Bausatz für Nanoröhrchen
-  11.11.2008 - Beispiellose Verbindung
-  31.10.2008 - Nanomotor im Geschwindigkeitsrausch
 Weitere Nachrichten

Max-Planck-Institut für Festkörperforschung
Stuttgart, Deutschland

News
-  29.05.2008 - Bewegung im Nanokosmos
-  24.04.2007 - Handschlag der Moleküle
-  02.03.2007 - Delikate Beziehungen zwischen einzelnen Spins
 Weitere Nachrichten

Universität Stuttgart
Stuttgart, Deutschland

News
-  02.12.2008 - Mikrochip als Buddelschiff
-  07.10.2008 - Erster Schritt zu extrem präzisen Bildern
-  02.07.2008 - Verbesserung für Brennstoffzellen
 Weitere Nachrichten
Newsletter-Abo
Ihre e-Mail:
Top  
© 2007-2008 Messe München GmbH