Cofaktor für die Produktion von Hepatitis C-Viruspartikeln gefunden

Protein Annexin A3 als Regulator bei der Reifung und dem Zellaustritt identifiziert

23.09.2016 - Deutschland

Für die Produktion von Hepatitis C-Viruspartikeln spielen sogenannte „Lipid Droplets“ (Fetttröpfchen) im Zytoplasma eine wichtige Rolle. Ein Team von Wissenschaftlerinnen am Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) hat jetzt mithilfe einer quantitativen „Lipid Droplet“-Proteomanalyse Annexin A3 (ANXA3) als ein Protein identifiziert, dass für die Reifung und den Zellaustritt von Hepatitis C-Viruspartikeln eine entscheidende Rolle spielt.

Drei Prozent der Weltbevölkerung sind mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert, dem Auslöser von zahlreichen schweren Lebererkrankungen. Zwar gab es in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Entwicklung von antiviralen Therapien, jedoch sind diese oft sehr teuer und für viele Betroffene nicht zugänglich. Die weitere Erforschung der Virus-Wirt-Interaktion des Hepatitis C-Virus ist deshalb essentiell. Der HPI-Nachwuchsgruppe „HCV-Replikationen“ ist es nun gelungen, die Wechselwirkungen zwischen dem Hepatitis C-Virus und der menschlichen Wirtszelle weiter zu charakterisieren. Mittels einer quantitativen „Lipid Droplet“-Proteomanalyse konnten sie das Protein Annexin A3 (ANXA3) als wichtigen Cofaktor für die Virusreifung identifizieren: ANXA3 wird spezifisch zu Lipid-reichen Fraktionen in HCV-infizierten Zellen gebracht, um dort die Reifung und den Zellaustritt des Viruspartikels zu unterstützen.

„Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie das Hepatitis C-Virus ‚Lipid Droplets’ und assoziierte Proteine der Wirtszelle nutzt, um sich zu replizieren. Damit ist es uns gelungen, die Morphogenese des Virus besser zu verstehen“, erklärt Dr. Eva Herker, Leiterin der HPI-Nachwuchsgruppe „HCV Replikation“.

An der Studie war neben dem Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, die Core Facility „Mass Spectrometric Proteomics“ am Institut der Klinischen Chemie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) beteiligt.

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