09.03.2011 - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Stammzellenforschung ohne Tierversuche

Internationales Forschungsteam entwickelt neuartigen Test für Stammzellen

Keine Labortiere, bessere Ergebnisse und niedrigere Kosten – Forscher der RWTH Aachen, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und dem Scripps Research Institute (San Diego, USA) stellen in der aktuellen Ausgabe von Nature Methods eine neue Methode zur Stammzellforschung ohne Tierversuche vor. Die Grundlagenforschung an humanen Stammzellen, zu denen auch die vieldiskutierten embryonalen Stammzellen gehören, ist ein wichtiger Bestandteil der regenerativen Medizin. Bisherige Qualitätskontrollen auf diesem Gebiet basierten meist auf Mausstudien.

Dr. Franz-Josef Müller vom Zentrum für Integrative Psychiatrie an der Christian-Albrechts-Universität erklärt: "Das neue Verfahren PluriTest erlaubt uns eine standardisierte Überprüfung so genannter pluripotenter Stammzelleigenschaften in der stark wachsenden Zahl menschlicher Stammzelllinien. Diese speziellen Stammzellen werden als Alleskönner angesehen, weil sie prinzipiell jeden humanen Zelltyp erzeugen können. Dabei können wir auf Daten aus Tierversuchslaboren verzichten und gleichzeitig genauere Ergebnisse erzielen." PluriTest basiert auf einem neuen bioinformatischen Algorithmus, der von Franz-Josef Müller und Bernhard Schuldt, Doktorand am Aachen Institute for Advanced Study in Computational Engineering Science (AICES), RWTH Aachen, entwickelt wurde. "Um die computergestützte Analyse durchzuführen, haben wir die weltweit größte Datenbank von Genexpressionsmustern in bekannten humanen pluripotenten Zelllinien zusammengetragen. Dadurch konnte ein Mustererkennungsalgorithmus entwickelt werden, der zwischen pluripotenten und nicht pluripotenten Zelllinien unterscheiden kann", sagt Schuldt.

Die Forschungsgruppe bietet damit eine Alternative zu Untersuchungen von Stammzelllinien mit Labormäusen. Das neue Verfahren wurde in dem web-basierten Tool PluriTest implementiert und steht weltweit Forschern zur Analyse ihrer Stammzelllinien zur Verfügung.

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

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