29.06.2018 - Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Vollständige Genomsequenz erlaubt erstmals Einblicke in die Biologie der Rose

Forschung ermöglicht die Züchtung von Pflanzen mit höherer Resistenz

Ein internationales Forschungsteam hat unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Leibniz Universität Hannover das vollständige Erbgut der alten Rosensorte „Old Blush“ entschlüsselt.

Mit Hilfe moderner Sequenzierungs- und Analysetechniken wurde eine Genomsequenz von rund 512 Millionen Basen ermittelt, auf der rund 44.000 Gene identifiziert werden konnten. Die neue Sequenz liefert die Grundlage für die Analyse der Genomstruktur und aller proteinkodierender Gene der Rose. Durch einen Vergleich mit sieben weiteren Rosenarten sowie Genomen von Erdbeeren und anderen Rosengewächsen sind genaue Einblicke in Evolution und Biodiversität von Rosaceaen auf Genomebene möglich. Die Genomsequenz konnte bereits dazu genutzt werden, die Genregionen, die für Blütenstruktur, Dauer der Blütenbildung und Bestachelung verantwortlich sind, genauer zu untersuchen. Mit den gewonnenen Daten wird bereits an der Entwicklung von Diagnosemethoden für die Züchtung von Pflanzen mit verbesserten biologischen Grundlagen gearbeitet. Rosen mit attraktiven, duftenden Blüten und hoher Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge könnten also bald häufiger zu finden sein.

Rosen sind weltweit nicht nur die wirtschaftlich wichtigsten Zierpflanzen, sondern weisen eine hohe Biodiversität, eine hohe genetische Komplexität sowie Merkmale wie Duft, Blütenmorphologie, und Bestachelung auf, die sie zum interessanten Objekt für die Grundlagenforschung an Pflanzen machen. Die Forschungsergebnisse der internationalen Arbeitsgruppe wurden in der Juni-Ausgabe des Fachjournals „Nature Plants“ publiziert.

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Jetzt Infos anfordern

News weiterempfehlen PDF Ansicht / Drucken

Teilen bei

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Genomsequenzierungen
  • Pflanzen
  • Gene
Mehr über Uni Hannover
  • News

    Die Grenzen der Messgenauigkeit verschieben

    Seit Jahrhunderten erweitert die Menschheit ihr Verständnis der Welt durch immer genauere Messungen von Licht und Materie. Heute sind mit Quantensensoren extreme Messgenauigkeiten möglich. Ein Beispiel ist die Entwicklung von Atomuhren, die in 30 Milliarden Jahren lediglich eine Sekunde fal ... mehr

    Neues Verfahren ermöglicht ultraschnelle 3-D Bilder von Nanostrukturen

    Linsenlose Mikroskopie mit Röntgenstrahlen, oder coherent diffractive imaging, ist in der Bildgebung ein vielversprechender Ansatz. Sie bietet die Möglichkeit, komplexe dreidimensionale Strukturen, wie sie in der Natur häufig vorkommen, dynamisch zu untersuchen. Während zweidimensionale Auf ... mehr

    Das Smartphone als medizinisches Labor?

    Ein medizinisches Labor, das nicht viel größer als eine Spielkarte ist - ein Wissenschaftler-Team des Hannoverschen Zentrums für Optische Technologien (HOT) und des Instituts für Technische Chemie (TCI) der Leibniz Universität Hannover hat ein solches Analysetool "to go" entwickelt. Ein lei ... mehr