Ribosomen, die Bauplätze des Lebens, sind wesentlich komplexer als bisher angenommen. Sie ändern während der Produktion von Proteinen ständig spontan ihre Erscheinungsform. Dies konnten Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Max-Planck-Instituts für Molekulare Genetik ... mehr
Neues Muskelreparatur-Gen entdeckt
Einzelne Muskelfaser bei einer 630 fachen Vergrößerung. Gelb: Eine Satellitenzelle, die von außen an die Muskelfaser angeheftet ist. Blau: Zellkerne der Muskelfaser.
25.11.2011: Ein internationales Forscherteam aus England und der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat neue Erkenntnisse zur Funktion von Muskelstammzellen vorgelegt, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht sind. In ihrer Arbeit beschäftigten sich die Forscher mit Familien, deren Kinder an einer fortschreitenden Muskelschwäche leiden. Mit Hilfe der sogenannten Next Generation Sequencing-Methode, einer Methode zur Genanalyse, entdeckten die Wissenschaftler ein für die Muskelschwäche verantwortliches verändertes Gen, das sogenannte MEGF10-Gen.
Die betroffenen Kinder leiden zunehmend an einer Schwäche der Körpermuskulatur, aber auch der Muskulatur der inneren Organe, wie z.B. dem wichtigsten Atemmuskel, dem Zwerchfell. Die Folgen sind, dass die kleinen Patienten sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen können und sogar künstlich beatmet werden. Oftmals müssen diese auch künstlich ernährt werden, da die Muskulatur der Speiseröhre ebenfalls betroffen ist. Doch inwiefern spielt das betroffene Gen hier eine Rolle und ist am Muskelwachstum beteiligt? Bei gesunden Menschen haften die Muskelstammzellen, die sogenannten Satellitenzellen, außen an den Muskelfasern und ruhen dort im nicht aktiven Zustand. Bei einer Muskelschädigung oder beim Muskeltraining beginnen die Satellitenzellen sich zu teilen und bewirken so ein Muskelwachstum.
Dieser Prozess ist bei den betroffenen Kindern gestört. Bei ihnen kann das entdeckte, mutierte Gen MEGF10 nicht mehr das nötige Eiweiß ausbilden, welches für die Anhaftung der Satellitenzellen verantwortlich ist. Diese finden dadurch keinen Halt an der Muskelfaser - der Muskel kann nicht mehr repariert werden.
Prof. Markus Schülke, vom NeuroCure Clinical Research Center, dem klinischen Forschungszentrum des Exzellenzclusters NeuroCure und der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie der Charité und Prof. Colin A. Johnson vom Institute of Molecular Medicine der Universität Leeds, die diese Untersuchung gemeinsam leiteten, verweisen auf die große Bedeutung der neuen Methode zur Genomanalyse, die sie positiv in die Zukunft blicken lässt. „Dies ist eine gute Nachricht für Familien mit ungeklärten seltenen genetischen Erkrankungen. Die Methoden ermöglichen es uns, hunderte oder sogar tausende Gene gleichzeitig zu lesen und selbst bei einzelnen Patienten neue Gendefekte schnell, aber auch kostengünstig ausfindig zu machen“, so Markus Schülke. „ Viele Betroffene haben oft eine diagnostische Odyssee hinter sich und dürfen nun hoffen, dass die Ursache ihrer Krankheit auf diese Weise aufgedeckt wird.“
Originalveröffentlichung:
Logan, C.V. et al.: Mutations in MEGF10, a regulator of satellite cell myogenesis, cause early onset myopathy, areflexia, respiratory distress and dysphagia (EMARDD). Nature Genetics 2011 Nov 20
Kontakt / Infos anfordern
Fordern Sie gratis weitere Informationen an:
Zusatzinformationen
- University of Leeds
- Charité
- Muskelstammzellen
- Genanalysen
Hessische Straße 3-4
10117 Berlin
DEUTSCHLAND
- Tel.
- +4930450-50
-
News
Neues Muskelreparatur-Gen entdeckt
Ein internationales Forscherteam aus England und der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat neue Erkenntnisse zur Funktion von Muskelstammzellen vorgelegt, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht sind. In ihrer Arbeit beschäftigten sich die Forscher ... mehr
Hauttest kann ungesunden Lebensstil nachweisen
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat jetzt ein einzigartiges Messverfahren entwickelt, das binnen Minuten Aussagen darüber erlaubt, ob die Lebensweise eines Menschen gesund oder ungesund ist. Dieses Verfahren wird nun mit Unterstützung der Kompetenznetze für optische Technologie ... mehr
- 1Ötzi-Blut nachgewiesen: 5000 Jahre alte rote Blutkörperchen entdeckt
- 2Erste Sekunden im Leben eines Bauwerkes
- 3Globaler Pharmaumsatz verdoppelt sich bis 2020: Verändertes Geschäftsmodell nötig, um von Chancen zu profitieren
- 4Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung an einzelnen Neuronen zu sehen
- 5Veränderung in der Konzernleitung von Tecan
- 6Erlaubnisfreie Standardlösungen von Betäubungsmitteln
- 7Thermische Eigenschaften von Keramiken auf einen Blick
- 8Was Atome zusammenhält: Physiker enthüllen Symmetrie chemischer Bindungen
- 9Testergebnis in Blut geschrieben: Papier-basierter Bluttest schreibt Blutgruppe auf
- 10Milzbrand oder Milchpulver - gefährlich oder harmlos?
- Neue Vertriebsleitung bei Hellma Analytics -
- Dreidimensionale Charakterisierung von Katalysatornanopartikeln -
- Analytik Jena gibt vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2010/2011 bekannt - - Umsatzsteigerung um 7,6 % auf 86,3 Mio. EUR erzielt
- Im Zentrum der biologischen Stickstoffchemie - - Das Rätsel um ein zentrales Atom in Enzymen, die Luftstickstoff spalten, ist gelöst: Es handelt sich um Kohlenstoff
- SCALA Laboreinrichtungssystem von WALDNER erhält Design-Awards -





