Einsatz von Nahinfrarot-Spektroskopie (NIR) in Landesuntersuchungsämtern


Seit Entwicklung der ersten Nahinfrarotspektrometer sind unzählige Anwendungen im Bereich der Lebens- und Futtermittelanalytik in den Routineeinsatz übertragen worden. Seit den späten 80er Jahren hat mit Einführung der ersten kommerziellen Fourier-Transform-NIR (FT-NIR) Spektrometer und leistungsfähiger multivariater Auswertesoftware die breite Akzeptanz von NIR stetig zugenommen und damit auch eine sukzessive Ergänzung zu den konventionellen Bestimmungsverfahren stattgefunden.

Zur Kontrolle von Lebens- und Futtermitteln werden vom Gesetzgeber offizielle Analysenverfahren festgelegt wie beispielsweise die Proteinbestimmung nach Kjeldahl. Die NIR-Technologie ist kein offizielles Verfahren nach § 64 LFGB (Lebens- und Futtermittelgesetzbuch). Dennoch hat sie in den letzten Jahren als Screening-Verfahren Eingang in viele Landesuntersuchungsämter gefunden. Ziel dabei ist, die meistens sehr zeitaufwendige Referenzanalytik und damit das Routinepersonal zu entlasten. Alle anfallenden Analysenproben werden mit dem NIR-Gerät vermessen, um wichtige Parameter wie Fett, Feuchte, Protein aber auch Asche, Salzgehalt, Hydroxyprolin (abhängig von der zu bestimmenden Probe) in Sekundenschnelle zu bestimmen. Auffällige Proben über einem definierten Schwellenwert werden dann konventionell mit den offiziellen Verfahren analysiert. „Auf diese Weise können mit der häufig dünnen Personaldecke deutlich mehr Proben pro Tag analysiert werden.“ sagt Laborleiter Volker Charné vom Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) Halle.


Er hat Aktivitäten gestartet, eine landesübergreifende Arbeitsgruppe NIR ins Leben zu rufen, die sich zum Erfahrungsaustausch und auch zur gemeinsamen Nutzung von NIR-Spektren bzw. - Kalibrationen in regelmäßigen Abständen trifft.

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