17.03.2009: Viele Bakterien sind in der Lage, per Geißelantrieb durch eine Flüssigkeit zu „schwimmen“. Manche Bakterien folgen dabei Lockstoffen, fliehen vor Schadstoffen, andere richten sich nach dem Licht, der Schwerkraft oder magnetischen Feldern. Derartige Prozesse können eine Rolle bei Infektionen spielen. Ein schwimmendes Bakterium zu verfolgen, ohne dabei seine Bewegung zu beeinflussen, ist eine Herausforderung. Auch in der Nanotechnologie sind Forscher daran interessiert, die Bewegungen von Partikeln zu bestimmen, beispielsweise bei der Entwicklung von Nanomotoren. Ein Team der Universitäten von Oxford und Cambridge hat nun eine neue elektrochemische Methode entwickelt, um Mikro-Objekte auf ihrem Weg durch eine Flüssigkeit zu lokalisieren. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, konnten die Wissenschaftler um Richard G. Compton mit einer Anordnung von Mikroelektroden die zweidimensionale Bewegung einer einzelnen winzigen Basalt-Kugel in Raum und Zeit verfolgen.
Der neue Ansatz der britschen Forscher basiert auf einer einfachen Anordnung von vier winzigen Elektroden (150×150 µm) am Boden einer kleinen Zelle, die einzeln ansprechbar sind. Um zu zeigen, dass das Konzept funktioniert, führten sie Versuche mit einer Basaltkugel mit einem Durchmesser von etwa 330 µm durch. Das magnetische Basaltkügelchen bewegten sie mit einem Magneten unterhalb des Zellenbodens, der mit einem Schrittmotor über eine Schraube bewegt wurde.
In der Zelle ist eine Lösung mit einer elektroaktiven Verbindung. Kommt das Kügelchen in die Nähe einer der Mikroelektroden, ist sie den Molekülen dieser Verbindung auf ihrem Weg zur Elektrode im Weg. Diese Störung des Diffusionsfeldes ändert die Stromantwort der Elektrode auf eine angelegte Spannung. Die Anwesenheit der Kugel macht sich bis zu einer Entfernung von 0,5 mm von der Elektrode bemerkbar. Die Kugel wurde in viele verschiedene Positionen gebracht und die jeweiligen Stromkurven der einzelnen Eletroden aufgezeichnet. Parallel dokumentierten die Forscher die entsprechenden Kugelpositionen durch Videoaufnahmen. Das Messverfahren lässt sich auf diese Weise kalibrieren, so dass die Position der Kugel anhand der Stromkurven der Elektroden lokalisiert werden kann.
Die Forscher wollen nun den Maßstab weiter verkleinern. Sie arbeiten an Elektrodenanordnungen für eine räumliche Auflösung auf der Submikrometerskala, mit der sich dann auch deutlich kleinere Partikel mit Submikrosekunden-Auflösung verfolgen lassen sollen.
Originalveröffentlichung:Richard G. Compton et al.; "A Method for the Positioning and Tracking of Small Moving Particles"; Angewandte Chemie 2009, 121, No. 13, 2412–2414
Ob direkt vor unserer Nase oder weit weg, wenn wir ein Objekt betrachten, sehen wir es – mit gesunden Augen oder passender Brille – immer scharf. Damit das klappt, verformen Muskeln die Linse und stellen so die passende Brennweite ein. Für miniaturisierte technische Geräte wären Linsen im M ... mehr
Bei den Maya galt Blau als die Farbe der Götter. Für rituelle Zwecke, Kunstgegenstände und Wandmalereien verwendeten sie Maya-Blau, einen blauen Farbstoff, der seinesgleichen sucht, so kräftig, schön und haltbar ist er. Maya-Blau besteht aus Indigo, das in Palygorskit, ein spezielles Tonmin ... mehr
Beim Testen in einer Parfümerie erkennt man im Wesentlichen die am leichtesten flüchtigen Duftstoffe eines Parfüms, die sogenannte Kopfnote. Sie prägen den ersten und häufig entscheidenden Eindruck eines Parfüms. Erst später bemerkt man die schwerer flüchtigen Bestandteile der Herz- und der ... mehr
Einem Team vom Labor für Attosekundenphysik der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching ist es erstmals gelungen, Röntgenquellen, die normalerweise mehrere Kilometer groß sind, auf die Dimension eines Esstisches zu verkleinern. Hierfü ... mehr
Viele Bakterien sind in der Lage, per Geißelantrieb durch eine Flüssigkeit zu „schwimmen“. Manche Bakterien folgen dabei Lockstoffen, fliehen vor Schadstoffen, andere richten sich nach dem Licht, der Schwerkraft oder magnetischen Feldern. Derartige Prozesse können eine Rolle bei Infektionen ... mehr
Mehr über University of Cambridge
Kontakt
University of Cambridge
The Old Schools, Trinity Lane
CB2 1TN Cambridge
GROßBRITANNIEN
Halbleiter aus Polymermaterialien dürften in Zukunft immer mehr Bedeutung für die Elektronikindustrie bekommen - etwa als Grundlage von Transistoren, Solarzellen oder Leuchtdioden. Denn sie haben wesentliche Vorteile gegenüber konventionellen Materialien: Sie sind leicht, flexibel und könne ... mehr
Das "Journal of Applied Physics" des amerikanischen "Institute of Physics" führt derzeit bei den Forschungshöhepunkten (Research Highlights) auf seiner Homepage eine Forschungsarbeit auf, die mit Beteiligung der Fachhochschule Jena entstanden ist: Das Projekt "Flexible active-matrix cells w ... mehr
Viele Bakterien sind in der Lage, per Geißelantrieb durch eine Flüssigkeit zu „schwimmen“. Manche Bakterien folgen dabei Lockstoffen, fliehen vor Schadstoffen, andere richten sich nach dem Licht, der Schwerkraft oder magnetischen Feldern. Derartige Prozesse können eine Rolle bei Infektionen ... mehr