13.03.2009: Sartorius ist nach eigenen Angaben im Jahr 2008 trotz eines
schwierigen Marktumfelds in beiden Konzernsparten leicht gewachsen und
hat einen robusten Gewinn erwirtschaftet. "Angesichts der unerwartet
ungünstigen Rahmenbedingungen haben wir uns gut behauptet. Zwar konnten
wir unsere ambitionierten Finanzziele für 2008 nicht erreichen, haben
aber dennoch den immerhin drittbesten Profitabilitätswert der
Unternehmensgeschichte erzielt", kommentierte Konzernchef Dr. Joachim
Kreuzburg die Jahresergebnisse 2008 auf der Bilanzpressekonferenz in
Göttingen. Für das Jahr 2009 gab Kreuzburg mit Verweis auf die weiterhin
außerordentlich unsicheren Rahmenbedingungen keine genaue Prognose der
Finanzergebnisse ab: "Es ist absehbar, dass die globale Wirtschaftskrise
unser Mechatronik-Geschäft im laufenden Jahr deutlich beeinträchtigen
wird, so dass wir in dieser Sparte mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang
rechnen", sagt Kreuzburg. Die Biotechnologie-Sparte als Zulieferer zur
biopharmazeutischen Industrie sei hingegen vergleichsweise wenig
abhängig von allgemeinen konjunkturellen Einflüssen. "Für die
Biotechnologie-Sparte planen wir mit Umsatzwachstum und einer steigenden
Profitabilität." Mittel- und langfristig seien die Geschäftsaussichten
unverändert erstklassig, so Kreuzburg weiter. "Neben unserem Fokus auf
konsequentes Kostenmanagement werden wir 2009 zahlreiche innovative
Produkte vorstellen, die für unsere Kunden echten Mehrwert schaffen."
Geschäftsentwicklung der Sparten
Sartorius Stedim Biotech
Die Sparte Biotechnolgie hat sich laut Unternehmen 2008 in einem ungewöhnlich schwierigen
Marktumfeld gut behauptet. Wie auch die Wettbewerber hatte die Sparte in
Nordamerika einen vorübergehenden Nachfragerückgang bei einigen
Großkunden infolge von Produktionseinschränkungen sowie Abbau von
Lagerbeständen zu verkraften. Dies führte insbesondere im ersten
Halbjahr zu deutlich weniger Bestellungen bei den Pharma-Zulieferern,
während sich im vierten Quartal wieder eine Normalisierung der Lage
abzuzeichnen begann. Insgesamt lag der Umsatz der Sparte mit 366 Mio.
Euro in konstanten Währungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres
(+0,2%; aktuelle Wechselkurse: -2,6%).
In Europa war das Wachstum der Biotechnologie-Sparte insbesondere vom
Geschäft mit Einwegprodukten für biopharmazeutische Anwendungen geprägt;
stark nachgefragt wurden zum Beispiel Einwegfermenter. In
Asien verzeichnete die Sartorius Stedim Biotech eine insgesamt flache
Umsatzentwicklung. Die Sparte erhielt im Jahresverlauf 2008 Aufträge im
Wert von 367,1 Mio. Euro, ein Plus von wechselkursbereinigt 3,0%
(aktuelle Kurse: 0,0%). Während aus Europa und Asien Wachstumsimpulse
kamen, waren die Bestellungen in Nordamerika aufgrund der Marktsituation
rückläufig, allerdings mit einem positiven Trend im vierten Quartal.
Die Sparte Biotechnologie erzielte im Geschäftsjahr 2008 ein operatives
Ergebnis (EBITA) von 39,7 Mio. Euro (Vorjahr: 49,7 Mio. Euro). Dabei
lieferte das Geschäft mit Einwegprodukten den mit Abstand größten
Ergebnisbeitrag. Mit einer Ergebnis-Marge von 10,9% bewegte sich die
Profitabilität der Sartorius Stedim Biotech weiterhin auf sehr solidem
Niveau (Vorjahr: 13,2%). Die im Vergleich zum Vorjahr schwächere Marge
resultierte im Wesentlichen aus dem Umsatzrückgang in Nordamerika sowie
aus negativen Währungseinflüssen.
Sartorius Mechatronics
Sartorius Mechatronics verzeichnete sowohl beim Auftragseingang als auch
beim Umsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 erfreuliche
Zuwächse von wechselkursbereinigt mehr als 5% und zeigte sich damit
zunächst unbeeinflusst von der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise. Im
November und Dezember 2008 erhielt die Sparte jedoch infolge des
weltweiten Konjunktureinbruchs signifikant weniger Aufträge für
Laborinstrumente und industrielle Wäge- und Kontrolltechnik, was sich
bereits zum Jahresende in teilweise rückläufigen Umsätzen niederschlug.
Während des gesamten Geschäftsjahres positiv entwickelte sich hingegen
das Servicegeschäft.
Im Gesamtjahr lag der Auftragseingang 2008 mit 242,7 Mio. Euro
wechselkursbereinigt um 0,5% unter dem Vorjahreswert (aktuelle Kurse:
-2,8%). Der Umsatz erhöhte sich wechselkursbereinigt um 1,8% und lag bei
245,6 Mio. Euro (aktuelle Kurse: -0,5%). In der regionalen Betrachtung
erreichte der Konjunkturabschwung Nordamerika als erstes, so dass der
Umsatz mit Mechatronik-Produkten hier auch auf Gesamtjahresbasis
rückläufig war. Aufgrund der guten ersten drei Quartale verzeichnete die
Sparte in Europa hingegen leichte und in Asien deutliche Zuwächse. Das
operative Ergebnis (EBITA) der Sparte verringerte sich von 21,3 Mio.
Euro auf 17,1 Mio. Euro; die entsprechende EBITA-Marge lag zum
Jahresende bei 7,0% nach 8,6% im Vorjahr. Maßgeblich für den
Ergebnisrückgang waren neben dem Konjunktureinbruch und negativen
Währungseinflüssen zudem die plangemäß höheren Aufwendungen für
Forschung & Entwicklung.
Forschung & Entwicklung gestärkt
Im Geschäftsjahr 2008 hat Sartorius seine F&E-Aktivitäten weiter
intensiviert und seine Aufwendungen für Forschung & Entwicklung
plangemäß um 10,0% auf 43,9 Mio. Euro (Vorjahr: 39,9 Millionen Euro)
erhöht. Der Anstieg der Aufwendungen ist im Wesentlichen auf den Aufbau
von zusätzlichem wissenschaftlichen Personal zurückzuführen. Die
F&E-Quote erhöhte sich entsprechend und lag bei 7,2% nach 6,4% im
Vorjahr.
Anzahl der Beschäftigten gestiegen
Zum 31.12.2008 waren im Sartorius Konzern 4.660 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigt, 142 Personen bzw. 3,1% mehr als im Vorjahr. Die
Beschäftigtenzahl in Europa erhöhte sich um 5,4% auf 3.151 Mitarbeiter,
davon waren 2.339 in Deutschland insgesamt und 1.829 am Stammsitz in
Göttingen tätig. In der Region Asien/Pazifik stieg die Anzahl der
Mitarbeiter um 8,7% auf 898 Personen, während sie in der Region
Nordamerika aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen im
Equipment-Geschäft um 11,8% auf 540 Beschäftigte zurückging.
Ausblick
Angesichts der weiterhin sehr unsicheren weltwirtschaftlichen Lage hält
Sartorius eine verlässliche quantitative Prognose der
Geschäftsentwicklung im Jahr 2009 nicht für möglich. Die
Wachstumspotentiale der Mechatronik-Sparte, die überwiegend
Investitionsgüter herstellt, sind erfahrungsgemäß deutlich vom
konjunkturellen Umfeld beeinflusst. Aufgrund der seit Jahresende 2008
rückläufigen Umsätze in dieser Sparte hat Sartorius umfangreiche
Programme zur kurzfristigen Kostensenkung und Stärkung des Cashflows
umgesetzt, die u.a. Kurzarbeit für rund 950 Mitarbeiter der Mechatronik
und der Administration an den Standorten Göttingen und Hamburg umfassen.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden sehr schwierigen Marktbedingungen
rechnet die Unternehmensleitung für die Mechatronik mit einem Umsatz-
und Ergebnisrückgang im laufenden Geschäftsjahr. Demgegenüber sind die
Pharmaindustrie und ihre Zulieferer nach bisherigen Erfahrungen weniger
konjunkturabhängig. Daher plant die Unternehmensleitung für ihre
größere Biotechnologie-Sparte mit Umsatzwachstum und einer Steigerung
des Gewinns.
Sartorius ist im Jahr 2011 erneut dynamisch gewachsen und hat seine Profitabilität deutlich ausgebaut. Beide Konzernsparten konnten Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag verbuchen. Die Finanzziele, die das Unternehmen unterjährig zweimal angehoben hatte, wurden in vollem Umfang erreicht. Auch f ... mehr
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