Um einen Täter dingfest zu machen, wird am Tatort nach Fingerabdrücken gesucht. Auf die Oberflächen von Gegenständen wird mit einem magnetischen Pinsel ein Magnetpulver aufgetragen, das diese so genannten latenten Fingerabdrücke sichtbar macht. Anhand latenter Fingerabdrücke will man nun gl ... mehr
Fluoreszierende Rillenmuster
Fingerabdruck vom Tatort soll bald auch Drogenmissbrauch anzeigen
15.12.2008: Um einen Täter dingfest zu machen, wird am Tatort nach Fingerabdrücken gesucht. Auf die Oberflächen von Gegenständen wird mit einem magnetischen Pinsel ein Magnetpulver aufgetragen, das diese so genannten latenten Fingerabdrücke sichtbar macht. Anhand latenter Fingerabdrücke will man nun gleichzeitig einen Drogenkonsum nachweisen. Wie Wissenschaftler von der University of East Anglia in Norwich und dem King’s College in London in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, müssten Forensiker dazu nicht einmal ihre bereits seit den 1960er Jahren bewährte Magnetpinsel-Technik wechseln: Die britischen Forscher haben ein Verfahren auf der Basis von Magnetpartikeln und Antikörpern entwickelt, das Fingerabdrücke zum Fluoreszieren bringt, wenn sie von einem Drogenkonsumenten stammen.
In Schweiß lassen sich Bestandteile und Abbauprodukte von Drogen nachweisen. „Das funktioniert auch in den winzigen Mengen Schweiß, die in Form des charakteristischen Rillenmusters eines Fingerabdrucks auf der Oberfläche berührter Gegenstände hinterlassen wird,“ erklärt David A. Russell. Russell und sein Team nutzen dazu speziell beschichtete, mit Antikörpern bestückte Magnetpartikel. Die Antikörper binden spezifisch an Drogenbestandteile oder -abbauprodukte. Fingerabdrücke freiwilliger Testpersonen aus Drogenkliniken wurden mit dem Magnetpulver eingepinselt. Anschließend wurden sie mit einer Lösung behandelt, die einen zweiten, mit einem Fluoreszenzfarbstoff verknüpften Antikörper enthält. Dieser zweite Antikörper bindet an den ersten Antikörper. Stammte der Fingerabdruck von einem Drogenkonsumenten, verfärbte er sich gelblich-braun. Im Licht leuchten diese Fingerabdrücke grün oder rot – je nach verwendetem Fluoreszenzfarbstoff.
Mit den jeweiligen spezifischen Antikörpern gelang es den Wissenschaftlern, THC, die Hauptwirkkomponente aus Marihuana, Benzoylecgonin, das Hauptabbauprodukt von Kokain, Methadon sowie das Hauptabbauprodukt von Methadon in den Fingerabdrücken der Testpersonen nachzuweisen. Durch eine Variation der Antikörper lassen sich Nachweisverfahren für weitere interessierende Substanzen entwickeln.
Die charakteristische Form des Rillenmusters bleibt dabei erhalten. Die Fingerabdrücke sind sehr hoch aufgelöst und können, genau wie bei klassischen Verfahren, zum Abgleich mit bekannten Abdrücken herangezogen werden. In höherer Vergrößerung werden sogar die winzigen Schweißporen entlang der Rillen der Fingerkuppe sichtbar, was ebenfalls für eine eindeutige Zuordnung genutzt werden kann.
„Vorteil der Methode ist, dass wohl nur eine einfache, tragbare Ausrüstung benötigt würde, die bei einer Tatortermittlung problemlos mitgeführt werden könnte,“ sagt Russell. „Dank der Magnetpartikel lässt sich überschüssiges Reagenz mit einem üblichen Magnetpinsel wieder entfernen, aufwändige Waschschritte wären nicht notwendig.“
Originalveröffentlichung: David A. Russell; "Imaging of Latent Fingerprints through the Detection of Drugs and Metabolites"; Angewandte Chemie 2008, 120, No. 52, 10321–10324
Zusatzinformationen
- Antikörper
- Chemie
- Rotem
Strand
WC2R 2LS London
GROßBRITANNIEN
- Tel.
- +442078365454
-
News
Der Zelle auf die Füße geschaut
Wie Zellen sich bewegen, verraten FRAP und FLIP: Dabei handelt es sich aber nicht um Figuren aus einer Zeichentrickserie für Kinder, sondern um komplizierte Mikroskopietechniken, mit denen Dynamik und Umsatz von Proteinen in einer Zelle verfolgt werden können. Forscher des Braunschweiger He ... mehr
Auch heute noch sind Fingerabdrücke das A und O der Forensik, wenn es gilt, einen Täter dingfest zu machen oder eine Person zu identifizieren. Britische Wissenschaftler um David A. Russell wollen Fingerabdrücke zukünftig auch nutzbar machen, um Drogen- und Doping-Sünder zu entlarven und Kra ... mehr
-
News
Proteine im Brennpunkt: Adaptierbare Mikrolinsen aus Proteinen durch direktes Femto-Laserschreiben
Ob direkt vor unserer Nase oder weit weg, wenn wir ein Objekt betrachten, sehen wir es – mit gesunden Augen oder passender Brille – immer scharf. Damit das klappt, verformen Muskeln die Linse und stellen so die passende Brennweite ein. Für miniaturisierte technische Geräte wären Linsen im M ... mehr
Bei den Maya galt Blau als die Farbe der Götter. Für rituelle Zwecke, Kunstgegenstände und Wandmalereien verwendeten sie Maya-Blau, einen blauen Farbstoff, der seinesgleichen sucht, so kräftig, schön und haltbar ist er. Maya-Blau besteht aus Indigo, das in Palygorskit, ein spezielles Tonmin ... mehr
Beim Testen in einer Parfümerie erkennt man im Wesentlichen die am leichtesten flüchtigen Duftstoffe eines Parfüms, die sogenannte Kopfnote. Sie prägen den ersten und häufig entscheidenden Eindruck eines Parfüms. Erst später bemerkt man die schwerer flüchtigen Bestandteile der Herz- und der ... mehr
GROßBRITANNIEN
-
News
Schon in der Vergangenheit gelang es Forschern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft in internationaler Zusammenarbeit, das Genom einer Meereisalge und eines Meereisbakteriums zu sequenzieren und damit wertvolle Erkenntnisse über die genet ... mehr
Um einen Täter dingfest zu machen, wird am Tatort nach Fingerabdrücken gesucht. Auf die Oberflächen von Gegenständen wird mit einem magnetischen Pinsel ein Magnetpulver aufgetragen, das diese so genannten latenten Fingerabdrücke sichtbar macht. Anhand latenter Fingerabdrücke will man nun gl ... mehr
Auch heute noch sind Fingerabdrücke das A und O der Forensik, wenn es gilt, einen Täter dingfest zu machen oder eine Person zu identifizieren. Britische Wissenschaftler um David A. Russell wollen Fingerabdrücke zukünftig auch nutzbar machen, um Drogen- und Doping-Sünder zu entlarven und Kra ... mehr
- 1Globaler Pharmaumsatz verdoppelt sich bis 2020: Verändertes Geschäftsmodell nötig, um von Chancen zu profitieren
- 2Neuer Schnelltest ermöglicht Nachweis einer akuten HIV-Infektion
- 3Mit dem Nano-Ohr in die Stille lauschen
- 4LGC Standards - Der neue Name von LGC Promochem
- 5Spuren im Berliner Wasser untersuchen
- 6Die RIN-Skala: Qualitätslabel für RNA
- 7Erster Nachweis eines Nanovirus für Deutschland und Zentraleuropa
- 8Spektrometer von Ocean Optics treten Reise zum Mars an
- 9Entschlüsselung eines süßen Geheimnisses
- 10Schärfer als Heisenberg erlaubt
- 1Schärfer als Heisenberg erlaubt
- 2Ausbildung von Laboranten im Verbund
- 3Entschlüsselung eines süßen Geheimnisses
- 4Spuren im Berliner Wasser untersuchen
- 5Veränderung in der Geschäftsführung der WALDNER Laboreinrichtungen GmbH & Co. KG
- 6Mit dem Nano-Ohr in die Stille lauschen
- 7Epigenomics Biomarker prognostiziert Behandlungresistenz bei Darmkrebs
- 8Ein kleines Energiesparwunder: das Chaperon‐Protein Hsp90
- 9Globaler Pharmaumsatz verdoppelt sich bis 2020: Verändertes Geschäftsmodell nötig, um von Chancen zu profitieren
- 10Proteine im Flug analysieren: Neues Massenspektrometer für RUB-Forscher
- 1So tötet die Biowaffe Rizin
- 2Globaler Pharmaumsatz verdoppelt sich bis 2020: Verändertes Geschäftsmodell nötig, um von Chancen zu profitieren
- 3Schärfer als Heisenberg erlaubt
- 4Faszinierende Bilder entschlüsseln die Kletterfähigkeit von Spinnen und Geckos
- 5Ausbildung von Laboranten im Verbund
- 6Entschlüsselung eines süßen Geheimnisses
- 7Spuren im Berliner Wasser untersuchen
- 8Neuer Schnelltest ermöglicht Nachweis einer akuten HIV-Infektion
- 9Messgerät für Gerüche entwickelt
- 10Veränderung in der Geschäftsführung der WALDNER Laboreinrichtungen GmbH & Co. KG
- Steigender Umsatz motiviert Freeman Technology zum Umzug in neue Unternehmenszentrale
- Carl Zeiss vergibt Unterlizenz für LED Fluoreszenzanregung an Prior Scientific Ltd.
- LGC’s Genomics Division fusioniert mit KBioscience
- Freeman Technology ernennt Betriebsleiter
- Erneute Auszeichnung für SGE: eVol erhält den renommierten R&D100 Award
- Big Brother für Einzelzellen -
- New Partner for InProcess Instruments in Great Britain and Ireland -
- Sartorius erhält "Excellent Supplier Award" von PPG Industries - - Auszeichnung für Lieferservice und Produktqualität
- GENEART erhält europäisches Patent für Screeningverfahren nach antiviralen Therapeutika - - System zum Screening nach antiviralen Therapeutika basiert auf maßgeschneiderten und künstlich hergestellten Genen
- Streptococcus mitis Genom entschlüsselt -





