Eine aktuell erschienene Studie über die Pharmaindustrie kürt Roche/Genentech zu den großen Gewinnern der Unternehmen, die sich in den nächsten vier Jahren im Markt behaupten werden. Viele der heute umsatzstärksten Pharmakonzerne bekommen durch den Patentauslauf einiger ihrer wichtigsten Bl ... mehr
Biotechfirmen zukünftig unter den Top 10 der Pharmaindustrie: Gewinner und Verlierer der Pharmaindustrie in der nächsten Dekade
Von den heute zehn meistverkauften Pharmaprodukten werden im Jahr 2012 nur noch vier Präparate übrig bleiben
25.09.2008: Eine aktuell erschienene Studie über die Pharmaindustrie kürt Roche/Genentech zu den großen Gewinnern der Unternehmen, die sich in den nächsten vier Jahren im Markt behaupten werden. Viele der heute umsatzstärksten Pharmakonzerne bekommen durch den Patentauslauf einiger ihrer wichtigsten Blockbuster zukünftig Probleme. Die Novumed Life Science Consulting GmbH analysiert und vergleicht in ihrer Studie die 200 Blockbuster der Zukunft. Das Ergebnis stellt die beiden Firmen sowie einige Biotechpräparate an vorderster Stelle des Rankings.
Aus den Top 10 der meistverkauften Präparate des Jahres 2007 werden im von Novumed erarbeiteten Ranking der 200 World Wide Best Selling Drugs des Jahres 2012 nur noch vier Medikamente verbleiben. Am härtesten betroffen ist die Firma Pfizer. Durch den Auslauf seines Patents für den Cholesterinsenker Lipitor® (Sortis®) in 2010 verliert Pfizer laut Studie nicht nur die Exklusivitätsrechte am derzeit weltweit meistverkauften Medikament (12,7 Mrd. $US in 2007), sondern büßt gleichzeitig auch mehr als ein Viertel seines Gesamtumsatzes ein. Im Jahr 2012 findet sich Pfizer in der Liste der meistverkauften Medikamente mit dem Epilepsie Präparat Lyrica abgeschlagen erst auf Platz 24 wieder. Neben Pfizer werden auch Wyeth’s Enbrel®, Eli Lilly’s Zyprexa®, BMS’s Plavix® und J&J’s Risperdal® 2012 nicht mehr unter den Top Ten Blockbustern vertreten sein. Nur Novartis wird nach Patentauslauf für das Bluthochdruckmedikament Diovan® auch 2012 mit Gleevec® (ca. 4 Mrd. $US Umsatz) weiterhin in der Liste der Top Ten Therapeutika vertreten sein.
Besonders positiv dürfte sich Roche im Jahr 2012 positionieren. Mit dem Tumorangiogenesehemmer Avastin® wird Roche dann voraussichtlich das umsatzstärkste Medikament vertreiben (ca. 10,6 Mrd. $US), und neben Avastin® werden sich noch zwei weitere Roche Präparate unter den zehn meistverkauften Präparaten finden: Das für Non-Hodgkin Lymphome und Rheumatoide Arthritis indizierte MabThera® (Rituximab®) auf Platz 3, und das für Brustkrebs indizierte Herceptin® auf Platz 4. Nimmt man die Umsätze von Genentech und Roche zusammen, würde Roche im Falle von Avastin® im Jahre 2012 einen Umsatz von ungefähr 15,4 Mrd. $US erwirtschaften.
Neben Genentech wird auch Amgen bei einem zu erwartenden Umsatz von ca. 4,3 Mrd. $US mit Neulasta® 2012 einen der Top Ten Blockbuster vertreiben. Damit wären erstmals nicht nur Vertreter der „Big Pharma“, sondern auch 2 der 3 weltgrößten Biotechfirmen mit Einträgen in der Liste der Top Ten Blockbuster vertreten. Genzyme, die Nummer Drei der weltgrößten Biotechfirmen, rangiert dagegen mit dem für Morbus Gaucher indizierten Cerezyme® und einem Umsatz von knapp 1,5 Mrd. $US erst auf Platz 77. Aber auch vermeintliche Gewinner wie etwa Roche sind vor weiteren negativen Überraschungen nicht gefeit. In Großbritannien etwa können Entscheidungen des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), welches aufgrund strikter Kosten-Nutzen Prüfungen neuer Medikamente Erstattungsempfehlung ausspricht, indirekt entscheidenden Einfluss auf die Umsätze der Pharmaunternehmen haben.
Spekulationen über eine Einstellung beziehungsweise Ablehnung der Zusammenarbeit von Roche und Merck mit NICE hinsichtlich der Kosten-Nutzen Evaluieriung von Avastin® und Erbitux® weisen darauf hin, dass die Umsatzprognosen beeinflusst werden könnten.
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