14.06.2005: Wissenschaftler der TU Kaiserslautern entschlüsselten gemeinsam mit der Berliner Genomics Firma AGOWA das Genom eines harmlosen Bakteriums, Streptococcus mitis. Das Projekt wurde im Rahmen des vom BMBF finanzierten überregionalen Forschungsverbundes 'Pathogenomics' realisiert.

S. mitis ist ein naher Verwandter von Pneumokokken, die zu den bedeutendsten Krankheitserregern des Menschen gehören. Streptococcus pneumoniae, so der offizielle Name, besiedelt regelmäßig Nase und Rachen von gesunden Menschen, ist vor allem bei Kindern gefürchtet als Erreger der Mittelohrentzündung, kann Lungenentzündung verursachen, und führt auch zu der oft tödlich verlaufenden Hirnhautentzündung. S. mitis dagegen, der ebenso häufig bei allen Menschen anzutreffen ist, lebt dort unbemerkt; ja, es ist wahrscheinlich sogar gut, daß er dort sitzt und anderen gefährlichen Bakterien den Platz wegnimmt.

Der Vergleich zwischen den Genomen dieser zwei Bakterienarten soll jetzt Aufschluß darüber bringen, was der Krankheitserreger an Besonderheiten trägt gegenüber dem harmlosen Verwandten, und somit Rückschlüsse erlauben, welche Bestandteile mit der Gefährlichkeit von Pneumokokken zusammenhängen.

Die für die jeweilige Art spezifischen Gene gilt es jetzt herauszufiltern, eine Arbeit, an der das Nano-Bio-Zentrum in Kaiserslautern entscheidend beteiligt ist. Die Forscher versprechen sich dabei auch eine Hilfe für die Industrie, von der neue Wirkstoffe gegenüber Krankheitserregern erwartet werden, möglichst solche, die wenig Nebenwirkung haben und die normale, für uns durchaus nützliche Bakterienflora, nicht gleichzeitig schädigen sollten.

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