Schnelltest für Oberflächen nichtrostender Stähle

20.04.2017

Ob Auto, Wolkenkratzer oder Brücke: Nichtrostender Stahl findet sich in unserer heutigen Zeit fast überall. Wichtig ist dabei die Korrosionsbeständigkeit, damit kein Sicherheitsrisiko entsteht. Mit dem von der BAM entwickelten Farbschnelltest können nichtrostende Stähle noch bevor sie überhaupt zum Einsatz kommen in nur 15 Minuten zerstörungsfrei getestet werden. Mittlerweile setzen schon einige Firmen auf das KorroPad genannte Verfahren; zudem steht es bereits in der Ausbildung, an den beruflichen Schulen und Universitäten auf dem Lehrplan.

Winzige Schwachstellen im Stahl

Nichtrostende Stähle sind von einer schützenden Chromoxidschicht, auch Passivschicht genannt, überzogen. Durch die Passivschicht wird die Oberfläche vor weiterer Korrosion geschützt. Bildet sich die Schutzschicht nicht überall auf der Oberfläche aus, kann es zu unerwünschten Korrosionsreaktionen kommen. Die Gründe für eine gestörte Schutzschicht sind vielfältig. Häufig entstehen die Fehler bereits bei der Verarbeitung. Da die Passivschicht mit dem bloßen Auge nicht sichtbar ist, wird fehlerhaftes Material unter Umständen weiterverarbeitet. In Folge können Sicherheitsrisiken entstehen, da nichtrostende Stähle Ausgangsmaterial für die Herstellung vielfältigster Bauteile wie Anker, Dübel und Behälter für Gefahrgüter sind und auch in komplexen chemischen Anlagen zur Anwendung kommen.

Früher und schneller Schäden erkennen

Beim Testen von Oberflächen nichtrostender Stähle kommt KorroPad zum Einsatz. Der von der BAM entwickelte Farbschnelltest deckt Schäden an der Passivschicht im Vergleich zu lang andauernden Methoden deutlich schneller auf. Und noch einen Vorteil bietet KorroPad: Das Bauteil kann nach der Prüfung weiterverarbeitet oder beim Kunden eingebaut werden, denn die Prüfung erfolgt praktisch zerstörungsfrei.

Pro Prüfung werden drei Pads, die etwa die Größe einer Fünf-Cent-Münze haben, benötigt. Die Pads werden auf die entfettete und mit Alkohol gereinigte Oberfläche gedrückt und nach 15 Minuten mit einem Spatel abgelöst. Die Inhaltsstoffe der KorroPads, die eine gelartige Struktur haben, sind Wasser und ein Indikator für Eisenionen. Ist die Passivschicht fehlerhaft, reagiert der Indikator mit den Eisenionen im Werkstoff. Durch diese Reaktion verändert der Indikator seine Farbe. Auf den Pads erscheinen blaue Punkte. Jeder Punkt zeigt an, dass sich die schützende Passivschicht auf der Stahloberfläche nicht ausbilden konnte.

Das Verfahren ist so einfach, dass es sogar von Nicht-Experten anwendbar ist.

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Jetzt Infos anfordern

News weiterempfehlen PDF Ansicht / Drucken

Teilen bei

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Korrosionstester
  • Korrosionsuntersuchung
  • BAM
  • zerstörungsfreie Prüfungen
  • Chromoxid
  • Beschichtungen
Mehr über BAM
  • News

    Wie gut ist die Messmethode?

    Ob Explosion in einem Chemiewerk oder Brand auf einem Gefahrgutfrachter – die Ursachen für Unfälle können vielfältig sein. Prävention beginnt bereits im Prüflabor, wenn Chemikalien auf ihre gefährlichen Eigenschaften getestet werden. Denn auf die richtige Durchführung der Prüfung und Bewert ... mehr

    Mit zerstörungsfreien Prüfmethoden lässt sich gefälschte Kunst nicht sicher entlarven

    Fälschungen können nur dann eindeutig durch Analysemethoden erkannt werden, wenn nicht-zeitgenössische Materialien in Artefakten nachgewiesen werden. Verwenden die Fälscher jedoch Substanzen, deren zeitgenössischer Gebrauch überliefert ist, so zum Beispiel für die Fälschung eines Buches his ... mehr

    BAM entwickelt Standards und Normen für Microarrays

    Nachvollziehbare Tests sind in vielen Bereichen der Wissenschaft unbedingt notwendig. Die Ergebnisse sollten vergleichbar sein, egal, ob der Test in Labor A oder Labor B durchgeführt wurde. Eine Untersuchung der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zeigte, dass Tests, die di ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.