Spin-off-Unternehmen entwickelt Phasenkontrast für Elektronenmikroskopie

Max-Planck-Innovation bringt caesar-Ausgründung KonTEM auf den Weg

© Caesar/KonTEM

Die KonTEM Mitgründer und Entwicklungingenieure Patrick Kurth und Steffen Pattai bei der Vorjustage des KonTEM Phasenkontrastsystems.

© Monika Fritz, caesar

Beispielhaft zeigt die elektronenmikroskopische Aufnahme einer Maus-Retina (Augennetzhaut), dass durch den Einsatz des KonTEM Phasenkontrastsystems (rechte Aufnahme) bisher unsichtbare Strukturen sichtbar gemacht werden können.

© Caesar/KonTEM

PCS: Das Phasenkontrastsystem von KonTEM.

18.11.2011: Mit der KonTEM GmbH wurde ein neues Spin-off des Forschungszentrums caesar gegründet. KonTEM hat ein innovatives Phasenkontrastsystem für Transmissions-Elektronenmikroskope (TEM) entwickelt. Die neue Technologie ermöglicht einen verbesserten Kontrast bei gleichzeitig hoher Objektauflösung. Dies eröffnet neue Möglichkeiten bei der Untersuchung biologischer Proben.

Biologische Proben mit einem Transmissions-Elektronenmikroskop zu untersuchen, ist aufwändig und schwierig. Auf Grund der schwachen Wechselwirkung der Probe mit dem Elektronenstrahl besitzt das Bild einen schwachen Kontrast; Bilddetails lassen sich nur schlecht erkennen. KonTEM hat es geschafft, das aus der Lichtmikroskopie bekannte Verfahren des Phasenkontrastes so auf die Elektronenmikroskopie zu übertragen, dass es jetzt auch im Routinebetrieb eingesetzt werden kann.

Die Grundlage der neuen Technologie wurde am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt erforscht und dann bei caesar zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt. Die entsprechenden Schutzrechte werden von Max-Planck-Innovation, der Technologietransfer-Plattform der Max Planck-Gesellschaft, und caesar exklusiv an KonTEM lizenziert.

Das KonTEM-Phasenkontrastsystem besteht aus zwei Hauptkomponenten, der Phasenplatte und einem automatischen Positioniermechanismus. Die Phasenplatte ist das Herzstück des Systems. Sie ist ein ultradünner, gelochter Materialfilm. Er beeinflusst die Phase der gestreuten Elektronen. Dadurch wird das Objekt scharf und gleichzeitig kontrastreich abgebildet. Mit dem Positioniermechanismus können die Löcher der Phasenplatte computergesteuert bis auf wenige Nanometer genau im Elektronenstrahl des TEM positioniert werden. Aufgrund seines modularen Aufbaus kann das System einfach an alle gängigen neuen und älteren TEM-Modelle angepasst werden.

“Unser neues Phasenkontrastsystem ist in erster Linie für strukturbiologisch orientierte Forschungseinrichtungen und Universitäten interessant, aber auch für  Unternehmen aus dem Polymer- und Pharmabereich, die mit ähnlichen Kontrastproblemen kämpfen“, so Joerg Wamser, Geschäftsführer der KonTEM GmbH. „Mit Unterstützung der Max-Planck-Innovation und caesar konnten wir Fördermittel aus dem Förderprogramm EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erhalten. Das und die zahlreichen Auszeichnungen für unser Projekt unterstreichen, dass wir über eine herausragende und zukunftsorientierte Technologie verfügen“.

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