CSEM leitet ein Konsortium mit dem Ziel die infrarot Spektroskopie zur Identifizierung von Chemikalien zu revolutionieren

CSEM

Berechnung der Lichttransmission eines sehr schmalen Spaltes, der Teil eines nanostrukturierten Metallfilms ist.

01.07.2010: Die Europäische Union unterstützt das Forschungsprojekt PLAISIR (Plasmonic Innovative Sensing in the Infrared) mit insgesamt 2.8 Million Euro Fördermitteln. Das Projekt startete am 1. Januar 2010 und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Im Rahmen des Projektes werden sowohl äusserst empfindliche chemische Sensoren als auch preisgünstige intelligente Infrarot-Photodetektoren mit für den Markt relevanten Leistungsmerkmalen entwickelt.

Infrarot (IR) Technologie gewinnt derzeit auf so unterschiedlichen Gebieten wie Gesundheit, Umwelt, Sicherheit und chemische Prozesskontrolle rapide an Bedeutung. Insbesondere der mittlere Spektralbereich des Infraroten (Englisch: mid infra-red) spielt dabei für die Identifizierung von Molekülen und Proteinen eine entscheidende Rolle. Fortschritte bei Detektoren in diesem Wellenlängenbereich sind deshalb von grundlegender Wichtigkeit und tragen zudem zur Verbesserung von IR Kameras bei.

Moleküle werden mittels chemischer Spektroskopie nachgewiesen (Englisch: spectroscopic chemical sensing, SCS). Die neuesten Entwicklungen auf den Gebieten der optischen Telekommunikation und Nanotechnologie haben bisher noch nicht Eingang in SCS Systeme gefunden. Ziel des PLASIR Projektes ist es, SCS Systeme von diesen Neuerungen profitieren zu lassen. Konkret soll so die Detektion von CO2 Gas, das eine kritische Rolle bei der globalen Erderwärmung spielt, und von Glucose, welches der wichtigste Diagnosefaktor zur Diabeteserkennung in einer alternden Gesellschaft ist, wesentlich verbessert werden.

Der Schlüssel zur Verbesserung von Photodetektoren für den mittleren Infrarotbereich als auch von SCS Systemen ist die Nanotechnologie. Sie erlaubt es, Licht mittels Strukturen mit Längenskalen ober- und unterhalb des Beugungslimits und unter Ausnutzung eines optischen Phänomens, das als Plasmon bezeichnet wird, zu kontrollieren und zu konzentrieren. Obwohl die Europäische Forschung auf diesem Gebiet weltweit führend ist, haben kommerzielle Anbieter von Infrarot-Produkten dies bisher nicht ausgenutzt. CSEM wird eine Schlüsselrolle einnehmen, um den Technologietransfer zwischen Klein- und Mittelstandunternehmen und akademischen Partnern voranzutreiben und zu koordinieren.

Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM

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