07.05.2010: Die Merck KGaA vergibt den Heinrich-Emanuel-Merck Preis 2010 für Analytical Sciences an Luisa Torsi, Professorin für analytische Chemie an der Universität Bari, Italien. Damit geht der renommierte Preis erstmals an eine Frau und nach Italien. Die mit 15.000 EUR dotierte Auszeichnung wird am 31. August 2010 auf dem EUCHEMS-Kongress in Nürnberg verliehen.
Mit dem seit über 20 Jahren verliehenen Heinrich-Emanuel-Merck Preis werden Wissenschaftler bis zum Alter von 45 Jahren gewürdigt, die sich mit neuen Methoden in der chemisch-orientierten Analytik und ihrem Einsatz im menschlichen Lebensumfeld befassen. Darunter versteht Merck Arbeiten für Anwendungen, die die menschlichen Lebensbedingungen verbessern können, z.B. analytische Fragestellungen aus den Bereichen Umwelt, Life Sciences oder Biowissenschaften.
Torsi wird für Ihre Forschungsarbeit über organische halbleitende chemische Sensoren geehrt, die auf organischen Feld-Effekt-Dünnfilmtransistoren (FET) basieren. Solche Bauteile erlauben äußerst empfindliche analytische Bestimmungen. Mit dieser hoch interessanten Technologie lassen sich chirale Verbindungen - d. h. die räumliche Anordnung von Atomen in Molekülen - analysieren.
Chirale Verbindungen sind bedeutend für viele biochemische Prozesse in Enzymen, Antikörpern und in molekularen Rezeptoren. Daraus ergeben sich wiederum zahlreiche Anwendungen für die Synthese zur Herstellung von Rohstoffen und Wirkstoffen in Chemie und Pharma.
„Mit Frau Professorin Torsi zeichnen wir eine führende Wissenschaftlerin und starke Persönlichkeit aus, die darüber hinaus international gut vernetzt ist. Ihre Arbeiten zu organischen Halbleiter-Sensoren haben die Jury lückenlos überzeugt“, erklärt Dr. Klaus Dieter Franz, Leiter der Analytik bei Merck. „Früher war der Heinrich-Emanuel-Merck Preis ein reiner Analytikpreis. Nun wendet er sich auch an Forscher aus den Bereichen Life Sciences und Biosciences - weil auch Merck sich in dieser Richtung stark weiterentwickelt hat. Damit wird der Kreis der Kandidaten erheblich ausgeweitet.“ Die beiden Unternehmensbereiche Pharma und Chemie sind gemeinsam federführend bei der Benennung der hochkarätigen internationalen Jury.
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