Berliner Wissenschaftspreis für Prof. Nikolaus Rajewsky vom MDC

26.01.2010: Der Systembiologe Prof. Nikolaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hat den Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin erhalten. Berlin würdigt damit seine "hervorragenden Forschungsleistungen, die in ihrer Umsetzung zu Problemlösungen in Wissenschaft und Gesellschaft beitragen". Der Preis ist mit 40.000 Euro dotiert und geht an das MDC, in dem die Leistung erbracht wurde. Den Nachwuchspreis erhielt Dr. Vera Beyer, Freie Universität Berlin. Beide Auszeichnungen wurden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Wissenschaftsjahres 2010 im Konzerthaus in Berlin überreicht.

Dr. Rajewsky ist Professor für Systembiologie am MDC und der Charité in Berlin-Buch und wissenschaftlicher Leiter des Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC. Seit 2008 ist er außerdem Global Distinguished Professor of Biology an der New York University. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt, die Systembiologie, verbindet die verschiedensten Disziplinen wie Molekularbiologie, Biochemie, Mathematik und Physik mit dem Ziel, komplexe Vorgänge des Lebens quantitativ zu erfassen und vorhersagen zu können. Die Systembiologie erforscht biologische Vorgänge in Zellen, Geweben und Organismen und ihr Zusammenspiel. Dabei stützt sie sich sowohl auf experimentelle als auch auf statistische und mathematische Ansätze.

In diesem Zusammenhang erforscht Prof. Rajewsky die Funktion von microRNAs. Er konnte zeigen, dass eine einzige microRNA die Bildung von mehreren hundert verschiedenen Proteinen steuern kann. Damit bestätigte er, dass microRNAs fast alle wichtigen Lebensprozesse in Zellen und Organismen regulieren. MicroRNAs sind deshalb auch für die biomedizinische Forschung von großer Bedeutung, weil mit ihrer Hilfe krankheitsspezifische Vorgänge aufgeklärt und in Zukunft möglicherweise therapiert werden können.

Prof. Rajewsky hat außerdem wichtige Beiträge zur Funktion von microRNAs im Stoffwechsel, im Immunsystem, und in der Embryonalentwicklung geleistet. Alleine im Jahre 2009 wurden seine Arbeiten mehr als 1 300 mal in internationalen Fachzeitschriften zitiert, in der Wissenschaft ein Zeichen für Forschung von grundlegender Bedeutung und höchster Qualität.

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