Quantitative Proteomik: Wieviele Eiweißstoffe bilden ein Team?
Wissenschaftler um Karl Mechtler (IMP) entwickeln im Rahmen der Österreichischen Proteomik Plattform neues Verfahren
25.01.2010: Identität, Konzentration und das Mengenverhältnis der interagierenden Partner eines Proteinkomplexes genau zu bestimmen, ist äußerst wichtig, um Zellfunktionen zu verstehen und um Krankheitsprozesse aufzuspüren. Auf diesem Gebiet ist nun im Rahmen der Österreichischen Proteomik Plattform APP, die von der CEMIT Center of Excellence in Innsbruck gemanagt wird, ein wichtiger Fortschritt gelungen: Die Wissenschaftler Karl Mechtler und Johann Holzmann am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien haben ein neues Verfahren der „Quantitativen Proteomik“ entwickelt, mit dessen Hilfe sich die absolute Konzentration und das Mengenverhältnis von Proteinkomplexen genau analysieren lässt .
Die Proteomik bedient sich der Massenspektrometrie, um Proteine anhand charakteristischer Zerfallsmuster zu identifizieren. Dabei werden Protein-Bruchstücke im Massenspektrometer nach ihrem Verhältnis von Masse zu Ladung aufgetrennt und eindeutig identifiziert. Per se ist die Massenspektrometrie daher eher ein qualitatives Analysewerkzeug. Zur absoluten Mengenbestimmung ist sie dann sehr gut geeignet, wenn Vergleichs-Proben mitgemessen werden, deren Menge und Zusammensetzung genau bekannt sind. Solche Mischungen aus markierten (und dadurch von der Messprobe eindeutig zu unterscheidenden) Standard-Peptiden in exakt gewünschter Zusammensetzung herzustellen, war bisher ein teures und zeitintensives Unterfangen.
Die am IMP tätigen Wissenschafter haben nun ein neuartiges Verfahren entwickelt, welches für die Herstellung der notwendigen Standards eine große Vereinfachung und Kostenersparnis darstellt und zusätzlich die Genauigkeit der Messung erhöht. Somit kann die quantitative Analyse ganzer Proteinkomplexe wesentlich effizienter durchgeführt werden. Dieses Verfahren haben sie in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom CD-Labor für Proteom-Analyse und dem Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) an einem wichtigen und bekannten Proteinkomplex namens MP1-p14 erfolgreich getestet.
MP1-p14 ist ein lebenswichtiges „Duo“ aus den beiden Proteinen MP1 und p14. Mausembryos, denen dieser Proteinkomplex fehlt, sterben bereits früh in der Embryonalentwicklung. Die Aufgabe des Duos ist es, zelluläre Signale, die Zelltod oder Zellwachstum auslösen, zu modulieren. Diese Signale werden von „Informations- oder Signal-Proteinen“ übertragen, den Kinasen. Da es nur eine begrenzte Anzahl von Kinasen gibt, entscheidet ihr räumliches und zeitliches Zusammentreffen über die Art der Information - ganz ähnlich wie aus einer beschränkten Anzahl von Buchstaben unbegrenzte Sinnzusammenhänge vermittelbar sind.
Gerüst- und Adapterproteine stellen Kinasen am richten Ort in der Zelle zu den jeweils erforderlichen Teams zusammen. MP1-p14 übernimmt diese Aufgabe für die MAP-Kinase-Signalkette, die auch an der Entstehung vieler Tumore beteiligt ist. Daher haben Mechtler und sein Team diesen wichtigen Proteinkomplex zum Test ihres neuen quantitativen Proteomik-Verfahrens ausgesucht.
Kontakt / Infos anfordern
Fordern Sie gratis weitere Informationen an:
- 1Mit neuen Lichteffekten gefährlichen Keimen auf der Spur
- 2Wissenschaftler fahnden nach Tumorgenen im Urin
- 3Erste Absolventin der Miniaturisierten Biotechnologie
- 4Dem Fingerabdruck ökologischer Lebensmittel auf der Spur
- 5Dunn Labortechnik feiert 30-jähriges Firmenjubiläum
- 6Bessere Vergleichbarkeit von Blutuntersuchungen
- 7Guinness-Rekord: Schnellster Film der Welt stammt vom Hamburger Röntgenlaser FLASH
- 8B. Braun beteiligt sich an der CeGaT GmbH
- 9Sartorius wächst zweistellig und steigert operativen Gewinn um mehr als 30%
- 10Takara Bio Europe erweitert Direktvertrieb ab 2012
- 1Schärfer als Heisenberg erlaubt
- 2Ausbildung von Laboranten im Verbund
- 3Entschlüsselung eines süßen Geheimnisses
- 4Spuren im Berliner Wasser untersuchen
- 5Veränderung in der Geschäftsführung der WALDNER Laboreinrichtungen GmbH & Co. KG
- 6Mit dem Nano-Ohr in die Stille lauschen
- 7Mit neuen Lichteffekten gefährlichen Keimen auf der Spur
- 8Epigenomics Biomarker prognostiziert Behandlungresistenz bei Darmkrebs
- 9Ein kleines Energiesparwunder: das Chaperon‐Protein Hsp90
- 10Wissenschaftler fahnden nach Tumorgenen im Urin
- 1So tötet die Biowaffe Rizin
- 2Globaler Pharmaumsatz verdoppelt sich bis 2020: Verändertes Geschäftsmodell nötig, um von Chancen zu profitieren
- 3Schärfer als Heisenberg erlaubt
- 4Faszinierende Bilder entschlüsseln die Kletterfähigkeit von Spinnen und Geckos
- 5Ausbildung von Laboranten im Verbund
- 6Entschlüsselung eines süßen Geheimnisses
- 7Spuren im Berliner Wasser untersuchen
- 8Neuer Schnelltest ermöglicht Nachweis einer akuten HIV-Infektion
- 9Messgerät für Gerüche entwickelt
- 10Veränderung in der Geschäftsführung der WALDNER Laboreinrichtungen GmbH & Co. KG
- Neuronen-Netzwerk auf dem Mikrochip entlarvt Giftstoffe -
- Change of leadership at Hahnemühle FineArt -
- QIAGEN und britische Veterinary Laboratories Agency erweitern Partnerschaft in der veterinärmedizinischen Testung - - Neue Vereinbarung umfasst weit verbreitete bakterielle Infektionen bei Pferden
- Compact Laser System for the Exploration of Planetary Surfaces -
- Optische Chemosensoren weiterentwickelt - - Craver Award für Professor Boris Mizaikoff





