08.07.2009: Es ist sei langem bekannt - doch keiner weiß, warum Silizium altert und die Stromausbeute dünner, amorpher Siliziumschichten in den ersten tausend Betriebsstunden stetig sinkt. Im Verbundprojekt EPR-Solar haben sich deshalb Wissenschaftler aus fünf Instituten zusammengeschlossen, um diesem Geheimnis mithilfe der EPR-Spektroskopie auf die Spur zu kommen. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Projekt seit Anfang letzten Jahres und hat nun zirka 1,6 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Mit diesen Mitteln wollen HZB-Wissenschaftler um Klaus Lips und Alexander Schnegg ein spezielles Hochfeld-Spektrometer finanzieren.
„Das ist großartig. Mit diesem Gerät werden wir Einzelheiten über die innere Struktur des Siliziummaterials erfahren, die uns bislang nicht zugänglich sind“, sagt Klaus Lips, der Koordinator des EPR-Solar-Projekts. Neben dem HZB sind an dem Netzwerkprojekt beteiligt: das Forschungszentrum Jülich, die Freie Universität Berlin, das Max-Planck-Institut für Eisenforschung und die TU München.
Das Erfolgsrezept der Solarzelle ist ihre Fähigkeit, Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umzuwandeln. Das funktioniert, weil im Inneren des Materials Ladungsträger erzeugt werden, die ihre Energie durch das Sonnenlicht erhalten und sich dann wie kleine Fahrzeuge durch die Solarzelle bewegen, bis sie in einen Stromkreis eingespeist werden. Allerdings verschwinden in den heutigen Solarzellen einige Ladungen unterwegs, sodass der Wirkungsgrad und somit der Gebrauchswert der Solarzelle sinkt. Für die Solarindustrie ist dies ein echtes Problem, das unbedingt gelöst werden muss – gerade weil die Produktionskapazität für Silizium-Dünnschichtzellen derzeit stetig erhöht wird. Ursache für das Verschwinden der Ladungsträger sind Materialfehler in der Halbleiterstruktur. Um diese erkennen und vermeiden zu können, müssen die Forscher die innere Struktur der Solarzelle mit einer Genauigkeit von weniger als einem Millionstel Millimeter vermessen.
Bei der EPR-Spektroskopie (EPR steht für Elektronenparamagnetische Resonanz) nutzen sie dazu eine besondere quantenmechanische Eigenschaft geladener Teilchen, ihren Eigendrehimpuls (Spin). Wird der Spin einem Magnetfeld ausgesetzt, verhält er sich wie eine mikroskopische Kompassnadel und richtet sich parallel zu dem Magnetfeld aus. Nun wird die Probe mit Mikrowellen bestrahlt. Bei ganz bestimmten Magnetfeldern tritt ein Resonanzeffekt ein, bei dem sich die Kompassnadeln um 180 Grad drehen (Spinflip). Die dafür aufgewendete Energie lässt sich messen und gibt Auskunft über die unmittelbare Umgebung der Elektronen. Am Computer zusammengesetzt, ergeben sich aus diesen Information detaillierte Strukturkarten der Solarzelle einschließlich der Materialfehler. In der Regel gilt: je höher das angelegte Magnetfeld und je höher die Frequenz der verwendeten Strahlung, umso genauer werden die gewonnenen Strukturinformationen. Allerdings steigt der Preis eines Spektrometers ebenfalls drastisch an, je höher die Magnetfelder werden. Und nicht nur das. Auch der Bau solcher Geräte mit der entsprechenden Genauigkeit ist eine technische Herausforderung.
Den Rekord für ein kommerziell erhältliches EPR-Spektrometer hält ein kürzlich entwickeltes Gerät der in Karlsruhe ansässigen Firma Bruker BIOSpin, dessen Magnetfeld mit einer Stärke von 12 Tesla etwa 30 mal höher ist als bei herkömmlichen Spektrometern. Eine weitere Besonderheit des Geräts ist die verwendete Strahlungsquelle, denn die Proben können mit Frequenzen zwischen Mikrowellen- und Infrarotlicht bestrahlt werden.
Aufbauend auf den bisherigen Erfolgen von EPR-Solar und ihren wissenschaftlichen Vorarbeiten konnten die HZB-Wissenschaftler das BMBF überzeugen, das Berliner Institut mit diesem Gerät auszustatten und hier den Netzwerkpartnern zur Verfügung zu stellen. Erst kürzlich haben Schnegg und seine Kollegen einen speziellen Messplatz am Synchrotronspeicherring BESSY II aufgebaut, wo EPR-Messungen bei unterschiedlichen Frequenzen im Terahertz-Bereich durchgeführt werden können.
Das neue Bruker-Gerät liefert hochfrequente Strahlung bei 263 Gigahertz (0,263 Terahertz). Damit können EPR-Spektren in diesem Frequenzbereich mit höchster Genauigkeit aufgenommen werden. Somit liefert das BESSY-Gerät den breiten Überblick, während das neue Spektrometer einzelne Details der Energielandschaft hochaufgelöst darstellen kann. „Durch die unerreichten Eigenschaften des neuen Geräts und die Kombination mit dem Terahertz-Messplatz bei BESSY II wird das HZB seine Führungsposition bei der Entwicklung modernster EPR-Methoden für die Solarzellenforschung weiter ausbauen“, sagt Alexander Schnegg.
Vier Tonnen wiegt das leistungsstärkste Massenspektrometer Deutschlands, das die Forscher der Max-Planck-Forschungsgruppe „Marine Geochemie“ unter der Leitung von Dr. Thorsten Dittmar an der Universität Oldenburg in Betrieb genommen haben. Sein vollständiger Name: Fouriertransformations-Ion ... mehr
Es ist sei langem bekannt - doch keiner weiß, warum Silizium altert und die Stromausbeute dünner, amorpher Siliziumschichten in den ersten tausend Betriebsstunden stetig sinkt. Im Verbundprojekt EPR-Solar haben sich deshalb Wissenschaftler aus fünf Instituten zusammengeschlossen, um diesem ... mehr
Die Unternehmen Hof Sonderanlagenbau GmbH, IDT BIOLOGIKA GMBH, BRUKER OPTIK GMBH, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH und Fraunhofer IWS Dresden haben ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt mit dem Namen "isobar" gestartet.
Mit diesem Projekt sol ... mehr
LUMOS ist ein vollautomatisiertes FT-IR Mikroskop. Es genügt höchsten Ansprüchen bei der
visuellen Betrachtung und der IR-spektroskopischen Analyse mehr
Die neue Strahlenteilerwechseleinheit BMS-c bietet deutlich erhöhte Messstabilität und optimale Spektrenqualität bei gleichzeitig verkürzter Messzeit mehr
Das neue TANGO hat genau das, was sich Anwender von einem industrietauglichen FT-NIR Spektrometer wünschen: Robustheit, hohe Präzision und einfache Bedienerführung mehr
Jülicher Physiker haben eine unerwartet starke Bindung zwischen organischen Schichten entdeckt. Solche Strukturen geben Wissenschaftlern weltweit noch viele Rätsel auf. Sie sind die Grundlage für neuartige elektronische Bauelemente aus organischen Halbleitern, die mittlerweile in immer mehr ... mehr
Ein einzigartiges Elektronenmikroskop ist im Ernst Ruska-Centrum (ER-C) auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich eingeweiht worden. Das Gerät mit dem Namen „PICO“ erreicht eine Rekordauflösung von 50 Milliardstel Millimetern und ermöglicht Anwendern aus Wissenschaft und Industrie, atom ... mehr
Präzise Messungen der Atmosphäre sind für Vorhersagen des Klimawandels und seiner Folgen, wie sie zurzeit auf der Weltklimakonferenz in Durban diskutiert werden, unentbehrlich. Eine Forschergruppe der Helmholtz-Gemeinschaft aus Jülich und Karlsruhe startet daher am 6. Dezember im nordschwed ... mehr
CO2 ist kein Abfallprodukt, sondern ein wertvoller chemischer Rohstoff. Man muss ihn nur zu nutzen wissen: Mit Hilfe von Katalysatoren kann Kohlendioxid z.B. zu Methanol reduziert werden, welches wiederum in Direkt-Methanol-Brennstoffzellen (DMFC) Anwendung findet.
Effektive Katalysatoren s ... mehr
ATLAS Biolabs nimmt am Verbundvorhaben NGSgoesHPC teil, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Das Projekt zielt darauf ab, die Analyse und Interpretation von DNA-Sequenzierungsdaten durch die Entwicklung von Anwendungen für moderne Hochleistungsrechner z ... mehr
Neue Medikamente müssen vor ihrer Markteinführung auf Herztoxizität geprüft werden. Bisher fehlen hierzu Verfahren, die aussagekräftig und im Industriemaßstab durchführbar sind. Einen neuen Ansatz erforscht die Arbeitsgruppe des Homburger Zellbiologen Peter Lipp im Projekt „CordiLux“. Die W ... mehr
Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben mit Experimenten erstmals das dynamische Verhalten korrelierter einzelner Atome in Festkörpern simuliert. Es gelang ihnen, Atome in sogenannten ... mehr
Der Karl-Scheel-Preis 2011 der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin geht an Prof. Dr. Emad Flear Aziz von der Freien Universität Berlin und dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
Im Mittelpunkt der Forschungen von Emad Aziz steht die elektronische Struktur von Systemen in ... mehr
Genauer als jemals zuvor lassen sich Oberflächen durch ein bisher einzigartiges Röntgenmikroskop, das NanoXAS-Mikrospektroskop, chemisch abbilden. Möglich ist das, weil die Stärken zweier Nanosonden verknüpft werden: die der Rasterkraftmikroskopie und der Röntgenmikrospektroskopie. Das Nano ... mehr
Die 2011 gestartete nationale Fördermaßnahme des BMBF ‚Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa)‘ unterstützt 12 Verbundprojekte im Themenfeld „Wasser und Gesundheit“.
Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, innovative und dynamische Systeme des R ... mehr
Bei Studien an einem Mausmodell zur Alzheimer-Erkrankung entdeckten Neurowissenschaftler der Technischen Universität München einen Zusammenhang zwischen einem Anstieg von löslichem sowie von plaquebildendem Beta-Amyloid – einem an der Entstehung der Erkrankung beteiligten Markerprotein – un ... mehr
Eine neu entwickelte Variante von festkörperbasierten Nanosensoren wurde mit ein paar Tricks aus der Bionanotechnologie verbessert, so dass die Möglichkeiten zur Messung von Einzelmolekülen und damit ein markierungsfreies Screening von Proteinen erweitert wurden. Forschern an der TU München ... mehr
CO2 ist kein Abfallprodukt, sondern ein wertvoller chemischer Rohstoff. Man muss ihn nur zu nutzen wissen: Mit Hilfe von Katalysatoren kann Kohlendioxid z.B. zu Methanol reduziert werden, welches wiederum in Direkt-Methanol-Brennstoffzellen (DMFC) Anwendung findet.
Effektive Katalysatoren s ... mehr
Es ist sei langem bekannt - doch keiner weiß, warum Silizium altert und die Stromausbeute dünner, amorpher Siliziumschichten in den ersten tausend Betriebsstunden stetig sinkt. Im Verbundprojekt EPR-Solar haben sich deshalb Wissenschaftler aus fünf Instituten zusammengeschlossen, um diesem ... mehr
In der Abteilung Mikrostrukturphysik und Umformtechnik des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung in Düsseldorf wurde das weltweit erste Elektronenmikroskop eingeführt und in Betrieb genommen, mit dem man gleichzeitig und automatisiert den Phasengehalt, die Textur und die Grenzflächen von ... mehr
Mehr über Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
Kontakt
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH
Hahn-Meitner-Platz 1
14109 Berlin
DEUTSCHLAND
Dünnschichtsolarzellen werden zukünftig einen großen Anteil am Photovoltaik-Markt haben, davon sind viele Experten überzeugt. Die Zellen aus Kupfer-Indium-Gallium-Selenid oder -Sulfid (CIGSe, CIS) unterscheiden sich in vielen Dingen von der klassischen Siliziumsolarzelle. So tragen in krist ... mehr
Mit dem schnellsten Film der Welt hat es der Hamburger Röntgenlaser FLASH ins „Guinness-Buch der Rekorde“ geschafft. Die Ausgabe 2012 verzeichnet für die Anlage am Forschungszentrum DESY eine Rekordbildfolge von nur 50 billiardstel Sekunden (50 Femtosekunden) Abstand. Zwischen zwei Aufnahme ... mehr
Forscher des Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) haben ein neues Mikroskop entwickelt, das röntgenspektroskopische Untersuchungen mit hoher räumlicher Auflösung ermöglicht. Das Mikroskop an der Synchrotronquelle BESSY II des HZB nutzt dafür brillante Röntgenstrahlung.
Mit den konventionellen Rön ... mehr