12.06.2009: Die Protagen AG und die Medizinische Universität Innsbruck, Klinik für Urologie, haben kürzlich mit Hilfe Ihrer UNIArray®-Technologie Autoantigen-Kandidaten im Serum von Patienten mit Prostatakrebs gefunden. Autoantigene sind körpereigene Makromoleküle oder Zellstrukturen, die vom Immunsystem als "fremd" erkannt werden. Sie können nicht nur Hinweise auf Autoimmun-, sondern auch auf Krebserkrankungen geben und sind daher als Biomarker-Kandidaten von großem medizinischem Interesse.

Das Prostatakarzinom ist die in Europa am zweithäufigsten zum Tode führende Tumorerkrankung bei Männern. Etwa 40.000 Männer in der Europäischen Union sterben jedes Jahr an dieser Krebsart. Die gegenwärtig üblichen Früherkennungsmaßnahmen basieren auf der Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum sowie der digitalen Rektaluntersuchung. Obwohl das routinemäßig durchgeführte PSA-Screening zu einer besseren Früherkennung von Prostatakrebs beigetragen hat, hat es doch entscheidende Schwächen: So können erhöhte PSA-Werte auch krebsunabhängige Ursachen haben wie z. B. nicht-spezifische Prostatitis und gutartige Prostata Hyperplasie. Ein großer Nachteil des PSAs als Marker ist daher seine geringe Spezifität, die zu einer erheblichen Zahl von unnötigen Biopsien führt. Es besteht daher ein dringender Bedarf an zuverlässigeren Diagnoseverfahren.

Der von Protagen neu entwickelte Test zielt auf eine Patientengruppe mit einem mittleren Krebsrisiko ab (PSA Bereich von 2.5 ng/ml - 4.0 ng/ml). Der nächste Schritt auf dem Weg zur klinischen Anwendung dieses Biochips erfolgt in Form einer Validierungsstudie. "Dabei werden die zuverlässigsten Kombinationen potentieller Prostatakrebs-Marker bestimmt, und der Biochip wird für den Einsatz in klinischen Studien optimiert", erklärt Dr. Stefan Müllner, Geschäftsführer der Protagen AG.

Die UNIarray®-Technologie spürt krankheitsspezifische Autoantikörper-Muster in Blutproben von Patienten auf. Solche charakteristischen Muster treten nicht nur in verschiedenen Autoimmunerkrankungen auf, sondern auch in Krebs, neurodegenerativen Krankheiten und sogar in scheinbar gesunden Probanden. Die Mustererkennung durch den von Protagen entwickelte Chip ermöglicht daher nach eigenen Angaben die Entwicklung zuverlässigerer Diagnoseverfahren. Ferner kann sie die Grundlage für sogenannte Begleitdiagnostika darstellen, die den Verlauf einer spezifischen Therapie widerspiegeln und bei der Auswahl geeigneter Patienten für klinische Studien (Patientenstratifikation) hilfreich sein.

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