28.04.2009: „Mit der Entscheidung, Nanomaterialien strenger zu regulieren, wird die weitere Entwicklung dieser Zukunftstechnologie erschwert“, kritisiert Dr. Gerd Romanowski, Geschäftsführer Wissenschaft, Technik und Umwelt im Verband der Chemischen Industrie (VCI) das Votum des Europäischen Parlaments (EP) zur Resolution des Umweltausschusses. Es drohten jetzt überzogene Regelungen. Dabei seien Nanomaterialien als chemische Stoffe bereits durch zahlreiche Gesetze geregelt. „Diese Tatsache ignoriert das Europäische Parlament, obwohl die EU-Kommission und wissenschaftliche Gremien der EU das ausdrücklich bestätigen“, erklärte Romanowski.
Im Rahmen der europäischen Chemikalienverordnung REACH werden die Eigenschaften von Stoffen bereits festgestellt und geprüft - auch von Nanomaterialien. Es gibt strikte Vorschriften, wie mit solchen Stoffen im Verbraucher-, Arbeits- und Umweltschutz umgegangen werden muss. „Nano“ bedeute nicht per se, dass ein Stoff auch gefährlich sei. „Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfmethoden für chemische Stoffe sind ebenfalls für die Risikobewertung von Nanomaterialien geeignet“, betont Romanowski. Dies habe die OECD bereits bestätigt. Zu begrüßen sei die Forderung des Europäischen Parlaments, die Sicherheitsforschung zu Nanomaterialien zu intensivieren und damit die Bemühungen der chemischen Industrie zu unterstützen.
Das Europäische Parlament erkenne zwar den vielfältigen Nutzen der Nanotechnologie für Verbraucher, Patienten und Umwelt an. „Doch mit seinem Votum legt das EP dieser wichtigen Zukunftstechnologie Steine in den Weg“, warnt der für Umweltfragen zuständige VCI-Geschäftsführer. Und das schade der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.
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